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Der PC-Markt lebt noch

Letztes Jahr wurden in der Schweiz zwar erneut weniger Computer verkauft. Doch der Umsatz mit den Rechnern steigt.
Maurizio Minetti
Notebooks sind im Schnitt teurer geworden. (Bild: Stefan Kaiser, 15. Juni 2016)

Notebooks sind im Schnitt teurer geworden. (Bild: Stefan Kaiser, 15. Juni 2016)

Seit ungefähr zehn Jahren wird der PC-Markt totgeschrieben. Spätestens mit der Lancierung der ersten Tablets im Jahr 2010 waren sich die meisten Marktauguren und Beobachter einig, dass der klassische Desktop-Computer wohl bald obsolet sein würde. Doch bis heute ist das nicht der Fall. Insbesondere im Geschäfts-Umfeld werden nach wie vor fleissig Computer beschafft, und zwar nicht nur portable Notebooks.

Neuste Zahlen zum Schweizer PC-Markt zeigen, dass hierzulande im vergangenen Jahr zwar stückmässig weniger Computer verkauft worden sind – der Umsatz mit den Geräten gleichzeitig aber gestiegen ist. Das sei ein bemerkenswerter Vorgang, den man so nicht vorhergesehen habe, sagte am Dienstag Axel Pols an einer Medienkonferenz in Zürich. Pols ist Geschäftsführer des deutschen ICT-Marktforschers Bitkom Research, der jedes Jahr in Zusammenarbeit mit dem US-Marktforscher IDC und dem Schweizer ICT-Branchenverband Swico den schweizerischen und europäischen Informatik- und Telekommunikationsmarkt analysiert. Laut der Studie ist letztes Jahr in der Schweiz der PC-Absatz inklusive Tablets um 1,4 Prozent auf 2,1 Millionen Stück gesunken (siehe Grafik). Die Umsätze legten aber um 7,6 Prozent zu.

Quelle: Eito, IDC

Quelle: Eito, IDC

Unter dem Begriff PC summieren die Marktforscher sowohl Desktop-Computer als auch Notebooks und Tablets. In allen drei Unterkategorien seien die Absätze letztes Jahr rückläufig gewesen bei gleichzeitig steigenden Umsätzen. Zum Teil wuchsen die Umsätze sogar im zweistelligen Bereich.

Die Preise steigen

Sinkender Absatz bei gleichzeitig steigenden Umsätzen bedeutet, dass pro Gerät der Durchschnittspreis gestiegen ist. Normalerweise bewegen sich die Preise in der IT-Industrie in die andere Richtung. Begründet werden die höheren Preise damit, dass immer mehr höherwertige Geräte auf den Markt kommen. Dünne und leistungsfähige Notebooks sind sowohl im privaten Umfeld als auch in Unternehmen im Trend.

Schon im Vorjahr hatten die Marktforscher steigende PC-Umsätze im zweistelligen Prozentbereich beobachtet. Das ist der Grund, warum Pols vor einem Jahr nicht damit gerechnet hatte, dass noch einmal ein solches Jahr folgt: «Wir sind damals davon ausgegangen, dass der PC-Erneuerungszyklus in den Unternehmen weitgehend abgeschlossen ist, aber offensichtlich ist das noch nicht der Fall», sagte Pols. Dieses Jahr werde aber sowohl der Absatz als auch der Umsatz mit Computern rückläufig sein, glaubt er. Das habe unter anderem damit zu tun, dass keine grossen Innovationen zu erwarten seien. Der Schweizer PC-Markt (inklusive Tablets) soll gemäss den Prognosen dieses Jahr stückmässig um 3,6 Prozent schrumpfen. Auch die Umsätze sollen in diesem Segment ähnlich stark zurückgehen.

Swico-Chef Jean-Marc Hensch erinnerte allerdings gleichzeitig daran, dass viele Unternehmen den Umstieg auf das Microsoft-Betriebssystem Windows 10 noch nicht vollzogen hätten. «Auch die Bundesverwaltung hat ihren Erneuerungszyklus noch nicht abgeschlossen», sagte Hensch. Pols selbst räumte ein, dass sich der ICT-Markt in der Schweiz in den vergangenen Jahren jeweils besser entwickelt habe, als er und seine Kollegen dies im Januar jeweils vorhergesehen hätten. So gesehen könnte sich der PC-Markt im laufenden Jahr tatsächlich robuster zeigen als angenommen.

Schaut man sich den gesamten Schweizer Informatik- und Telekomsektor an, haben die Marktforscher für das vergangene Jahr ein Wachstum um 2,8 Prozent auf 32,4 Milliarden Franken registriert. Im Vorjahr hatte das Plus 2,5 Prozent betragen. Wachstumsmotor war erneut der Software-Bereich mit einem Umsatzplus von 6,2 Prozent. Für das laufende Jahr wird mit einer Abschwächung des Wachstums auf 1,8 Prozent gerechnet. Grund dafür sind die sich abschwächende Konjunktur im Zusammenhang mit Unsicherheitsfaktoren wie den Brexit und den amerikanisch-chinesischen Handelskonflikt.

Telekommarkt besser als erwartet

Der Schweizer Telekommarkt legte letztes Jahr um 0,7 Prozent auf 11,6 Milliarden Franken zu. Im Vorjahr hatte der Telekommarkt noch einen Umsatzknick von einem halben Prozent erlitten. In den Bereichen Mobiltelefone und Telekomausrüstung konnten die Umsätze um 4,1 Prozent auf 2,5 Milliarden Franken gesteigert werden. Und dies, obwohl der Absatz von Smartphones leicht um 0,3 Prozent auf 3,1 Millionen Geräte schrumpfte. Aber auch hier griffen die Schweizer zu teureren Geräten. (sda)

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