«Der Luftverkehr ist im Umbruch»

Andreas Humer-Hager, Marketingchef des Bodensee-Airport Friedrichshafen, spricht im Interview über das Aus für die Fluggesellschaft Germania.

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Die Flugzeuge der Airline Germania heben auch in Friedrichshafen bis auf weiteres nicht mehr ab. (Bild: PD)

Die Flugzeuge der Airline Germania heben auch in Friedrichshafen bis auf weiteres nicht mehr ab. (Bild: PD)

Vor kurzem gab es für Germania noch Hoffnung, was hat sich geändert?

Erste Meldungen über Liquiditätsprobleme bei Germania gab es Anfang Januar, die aber am 19. dann von Germania als gelöst kommuniziert wurden. Es hiess, die mittel- und langfristige Perspektive für die Airline sei gesichert. Vor diesem Hintergrund verwundert natürlich, dass zwei Wochen später Insolvenz angemeldet wird. Uns fehlen derzeit die Information, was letztlich zur Insolvenz geführt hat.

Ist der Bodensee-Airport in seiner Existenz bedroht?

Nein, denn wir haben wesentliche Verkehrsangebote auch weiterhin. Dazu gehören die Linienflugangebote unserer Partner wie Lufthansa, Turkish Airlines oder die innerdeutschen Angebote des British-Airways-Franchise-Partners Sun-Air. Es geht darum, möglichst schnell Ersatz zu finden.

Gibt es schon Optionen?

Wir haben selbstverständlich bereits nach den ersten Krisenanzeichen bei Germania unseren permanent stattfindenden Austausch mit allen wichtigen Reiseveranstaltern massiv intensiviert und werden jetzt konzentriert alles daran setzen, zusammen mit den Veranstaltern möglichst schnell wieder ein Touristikprogramm neu aufzusetzen.

Was machen die kleinen Airlines falsch?

Das können wir als Airport nicht direkt beantworten. Grundsätzlich befinden wir uns derzeit in einer Umbruchphase im europäischen Luftverkehr, die von einer weiter zunehmenden Konzentration auf grosse Airlines mit entsprechender Kapitalausstattung geprägt ist. (bor)

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