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Der Konsum von E-Zigaretten steigt - besonders unter Jugendlichen

Die Hälfte der 15-Jährigen hat schon einmal am elektronischen Glimmstängel gezogen. Trotzdem fordert ein Branchenvertreter vom Bund, Werbung für elektronische Dampfgeräte zu machen. Insgesamt sinkt das Suchtverhalten von Jugendlichen.
Samuel Schumacher
Bei Teenagern sind die E-Zigaretten besonders beliebt. (Bild:/Ennio Leanza/Keystone)

Bei Teenagern sind die E-Zigaretten besonders beliebt. (Bild:/Ennio Leanza/Keystone)

Alle vier Jahre befragt «Sucht Schweiz» Teenager nach ihrem Suchtverhalten. Am Donnerstag präsentierte die Stiftung die Ergebnisse der jüngsten Umfrage unter gut 11 000 Jugendlichen. Die Ergebnisse sind ermutigend (siehe Grafik). In der Schweiz rauchen, trinken und kiffen 15-Jährige so wenig wie nie zuvor seit Beginn der Erhebung. Das sind gute Nachrichten für die Präventionsexperten. Doch ein Umfragewert bereitet Sorgen: 51 Prozent der Buben und 35 Prozent der Mädchen haben bei der Befragung angegeben, schon einmal eine elektronische Zigarette gedampft zu haben. E-Zigaretten fallen in der Schweiz derzeit unter das Lebensmittelgesetz.

Es gibt keine Altersbeschränkungen. Seit April 2018 ist auch der Verkauf von Nikotin-haltigen E-Zigaretten erlaubt. Experten befürchten daher, dass Jugendliche über Dampfgeräte nikotinabhängig werden. Claudia Künzli, Tabakexpertin bei der Lungenliga, sagt: «Die Zahlen sind beunruhigend, da Nikotin abhängig macht und die Gefahr besteht, dass Jugendliche nach dem Probierkonsum an den E-Zigaretten hängen bleiben.» Sie fordert, dass E-Zigaretten ins neue Tabakproduktegesetz aufgenommen werden sollen. Das Parlament stimmt voraussichtlich 2020 über das neue Gesetz ab. Zudem soll die Schweiz ein Abgabeverbot von E-Zigaretten an unter 18-Jährige verhängen und Werbung und Promotion streng regulieren.

«Studie ist nicht glaubwürdig»

Ganz anders sieht das Stefan Meile. Er ist Chef der Thurgauer Firma InSmoke AG, die Dampfprodukte vertreibt. Im Nebenamt präsidiert Meile die Swiss Vape Trade Association, die die Öffentlichkeit über E-Zigaretten aufklären will. «Die Studie von Sucht Schweiz ist nicht glaubwürdig», sagt Meile und verweist auf eine aktuelle Untersuchung des englischen Gesundheitsministeriums. Laut den englischen Forschern dampfen gerade mal 1,7 Prozent der unter 18-Jährigen. Von diesen 1,7 Prozent sind neun von zehn Dampfern zudem bereits Raucher. «Diese Zahlen sind realistisch, die Zahlen von Sucht Schweiz sind es nicht», sagt Meile.

Zudem hätten die Schweizer Befrager keinen Unterschied zwischen nikotinhaltigen und nikotinlosen Produkten gemacht. Der Unterschied sei aber zentral, wenn man die Frage beantworten wolle, ob E-Zigaretten Jugendliche zum Rauchen verleiteten. «Wir gehen davon aus, dass die allermeisten Jugendlichen, die mal eine E-Zigarette probieren, nikotinlose Produkte konsumieren», so Meile.

In einem Punkt gibt Meile den Präventionsexperten aber Recht: E-Zigaretten gehören nicht in die Hände von Jugendlichen. «Unser Verein hat deshalb einen Kodex ausgearbeitet, den alle grossen Retailer – darunter Valora, Coop und Denner – unterzeichnet haben. Sie bestätigen, keine E-Produkte an Minderjährige zu verkaufen.»

E-Zigaretten zu verteufeln, sei aber falsch. «Der Bund sollte das Dampfen im Gegenteil aktiv promoten und Raucher dazu bringen, auf die weniger schädlichen Dampf-Produkte umzusteigen.» In England gebe es bereits entsprechende Aktionen des Gesundheitsministeriums, sagt Meile. Von der Idee, Dampf-Produkte zu verbieten, die nach Mango, Vanille oder Kakao schmecken, hält er hingegen nichts. «Darum geht es doch gerade: dass Raucher wegwollen vom stinkigen Tabak, hin zu wohlriechenden Produkten.» Diese geschmacklich aufgepeppten Produkte vom Markt zu nehmen, wäre kontraproduktiv, glaubt Meile.

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