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Der Flughafen und die Klima-Frage: Umweltschutz versus Fliegen

Der Flughafen Zürich befindet sich im Spannungsfeld zwischen den Klima-Protesten und den zunehmenden Passagierzahlen. Die Klimaaktivistin Greta Thunberg taucht denn auch in der Jahresbilanz-Präsentation auf.
Benjamin Weinmann
Stephan Widrig, CEO des Flughafen Zürich, spricht an der Bilanzmedienkonferenz auch das Thema Klimaschutz an. (KEYSTONE/Walter Bieri)

Stephan Widrig, CEO des Flughafen Zürich, spricht an der Bilanzmedienkonferenz auch das Thema Klimaschutz an. (KEYSTONE/Walter Bieri)

Ihr Bild hätte man in einer Jahresbilanz-Präsentation des Flughafens Zürich nicht erwartet; jenes der 16-jährigen Klimaaktivistin Greta Thunberg, die zuletzt am WEF in Davos für ihr Anliegen im Kampf gegen die Klimaerwärmung für Aufsehen sorgte. Die Botschaft, die Flughafen-Chef Stephan Widrig mit dem Foto der jungen Schwedin aussenden will, ist klar: Wir nehmen die Klima-Protestbewegung ernst. Kein Wunder, auch wenn eine Klimasteuer auf Flugtickets zuletzt im Parlament versenkt wurde, so ist die Debatte nicht vom Tisch. Auch hierzulande gehen nach wie vor Schülerinnen und Schüler zu Tausenden auf die Strasse, um ihrer Forderung nach einer umweltfreundlichen Politik Gehör zu verschaffen. Dazu gehören für sie auch Flugverbote. Die nächste schweizweite Protestaktion steht am Freitag an.

Der Landesflughafen befindet sich in einem Spannungsfeld. Einerseits wären da die Proteste, andererseits scheint die Lust aufs Fliegen ungebremst. Im vergangenen Jahr stieg die Passagierzahl um 5,8 Prozent erstmals auf über 31 Millionen an, die Anzahl Flüge um 3 Prozent auf 278000. Die Umsätze wuchsen um 11,2 Prozent auf 1,1 Milliarden Franken.

Trotz Brexit, Handelskriegen und Greta rechnet Widrig auch in den nächsten Jahren mit einem durchschnittlichen Passagierwachstum von 3 Prozent. Würde heissen: 2040 wird der Flughafen Zürich 50 Millionen Passagiere zählen. Dabei stösst der Flughafen schon heute an seine Grenzen, was unter anderem bei der Hauptkundin, der Swiss, grosse Verspätungen verursacht. Allein letztes Jahr investierte der Flughafen 290 Millionen Franken in die Infrastruktur; in neue Gepäcksortieranlagen, Abrollwege und Standplätze für Flugzeuge, aber auch in das Immobilienprojekt «The Circle». Längerfristig steht zudem die kostspielige Erneuerung des Terminal 1 an.

Widrig betont, dass die Luftfahrt laut des UNO-Weltklimarats nur für 1,5 Prozent der weltweiten Klimagasemissionen verantwortlich ist. Zum Vergleich: Bei der Landwirtschaft sind es 24 Prozent, in der Industrie 21 Prozent. «Ich will den Beitrag nicht kleinreden, aber wenn es um wirksame Massnahmen geht, müssen wir diese global angehen, nicht mit einer nationalen Flugticket-Steuer.»

Flughafen-Chef Widrig verweist auf das Pariser-Klimaabkommen und die eigens auferlegte Zielvorgabe der Aviatik-Industrie, künftig CO2 neutral zu wachsen. Bei den Airlines und ihren Flotten-Erneuerungen mit kerosinsparsamen Maschinen liege der grösste Wirkungshebel, so wie es die Swiss vormache. Eine nationale Flug-Steuer würde laut Widrig höchstens das Gewissen beruhigen und dem Staat mehr Geld in die Kassen spülen. Dies sei Symbolpolitik. «Wenn wir in der Schweiz das Fliegen verteuern und weniger fliegen, das Ausland aber nicht mitzieht, schmelzen die Gletscher dennoch.»

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