Stadler doppelt nach mit dem Wasserstoffzug - erste Bestellung aus den USA

Nach der Tiroler Zillertalbahn beliefert der Ostschweizer Schienenfahrzeughersteller auch Kalifornien mit Brennstoffzellen auf Rädern.

Thomas Griesser Kym
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So sieht der Flirt H2 von Stadler für Kalifornien aus. (Bild: PD)

So sieht der Flirt H2 von Stadler für Kalifornien aus. (Bild: PD)

Stadler kommt voran im Bestreben, Bahnen alternative Antriebe schmackhaft zu machen. Dazu zählt auch der Wasserstoffantrieb mit Brennstoffzellen. Seit einiger Zeit ist bekannt, dass Stadler die Tiroler Zillertalbahn mit fünf Wasserstoffzügen beliefern wird. Kostenpunkt: Rund 70 Millionen Euro. Seit kurzem ist der über 100 Seiten starke Liefer- und Instandhaltungsvertrag unterschriftsreif, wie vergangene Woche der technische Chef der Zillertaler Verkehrsbetriebe, Helmut Schreiner, sagte. Demnach soll der erste Zug im Dezember 2022 geliefert werden. Die übrigen Züge folgen ab Mai 2023.

Zum Zug kommt Stadler mit der Brennstoffzellentechnologie nun auch in den USA. Dort hat der Ostschweizer Schienenfahrzeugbauer von der San Bernardino County Transportation Authority den Auftrag erhalten, einen Wasserstoffzug des Typs Flirt zu liefern. Der frisch unterzeichnete Vertrag umfasst auch eine Option auf vier weitere baugleiche Züge. Der fix bestellte Flirt H2 soll ab dem Jahr 2024 im Süden Kaliforniens eingesetzt werden. Konkret ist der Zug für das Redlands Passenger Rail Project vorgesehen, eine 14 Kilometer lange Verbindungsstrecke zwischen Redlands und der Metrolink-Station von San Bernardino.

Kalifornien tickt anders als der Rest der USA

Stadler nennt den Vertrag «einen wichtigen Meilenstein, da er wesentlich dazu beiträgt, Nullemissionstechnologie für den Schienenverkehr in die USA zu bringen». In der Tat fristet der Personenverkehr auf der Schiene in Amerika ein Schattendasein und beruht vor allem auf Diesel. Das Mass aller Dinge in der Mobilität ist nach wie vor das Auto und für längere Strecken das Flugzeug.

Kalifornien hingegen ist ein Sonderfall, weil der Staat punkto Umweltschutz generell und Schienenverkehr speziell in den USA eine Vorreiterrolle einnimmt. Stadler ist in Kalifornien bereits anderweitig dick im Geschäft: Für den Verkehr durch das Silicon Valley baut das Unternehmen 19 siebenteilige Doppelstöcker des Typs Kiss, die ab 2020 veraltete Dieselzüge ablösen sollen.