Der Bodensee wird digitaler – Neue App für Wassersportler und Hafenmeister

Ob Liegeplatzvergabe, Warnung vor Ölteppichen oder Hilfe für in Seenot geratene Wassersportler, ein Entwicklerteam aus Hagnau am deutschen Bodenseeufer will eine App für Seeleute und Hafenmeister vom Stapel lassen.

Stefan Borkert
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«Die Digitalisierung am Bodensee schreitet weiter voran,» meldet das Team um den Hagnauer Wassersportler und Informationslogistiker Gottfried Kreml. Die Softwareentwickler haben ein «Multi-App-Konzept» für Wassersportler und Hafenmeister entwickelt. Nach eigenen Angaben steht dessen Name Pompomela für eine umfassende, lokale Revierplattform.

Bereits im vergangenen Sommer hat die Bodensee Standort Marketing GmbH (BSM) in Konstanz einen digitalen Marktplatz für Unternehmen rund um den See eingerichtet. Auf dieser Kooperationsplattform können Unternehmen kostenlos Angebote und Gesuche einstellen. So soll unter anderem auch ein Bruch von Lieferketten vermeiden werden.

Nun hat die Bodenseeregion einen weiteren Schritt in Richtung Digitalisierung gemacht. Mit Beginn der kommenden Saison möchte das Team von Pompomela aus Hagnau seine digitale Lösung für den Wassersport am Bodensee in den gängigen App-Stores anbieten. Die Vergabe von Gastliegeplätzen sei nur eine von vielen Funktionen, die mit digitalen Helfern vereinfacht werden könne, schreiben die Internationalen Bodensee-Nachrichten (IBN).

Warnung vor Treibholz und Hilfe in Seenot

Neben der viel und kritisch diskutieren Gastliegeplatzvergabe, möchten die Entwickler mit der App weitere Problemfelder abdecken, heisst es weiter in einem Communiqué von Pompomela. So soll unter anderem ein seeweites Sicherheitsnetz in Not Geratenen Hilfe von umliegenden Bootsfahrern, der Wasserpolizei und den Hafenmeistern vermitteln. Bootsfahrer könnten damit ausserdem vor nahenden Risikopotenzialen wie etwa Treibholz oder Ölteppichen warnen und selbst gewarnt werden. «Digitales soll im Hintergrund bleiben, aber Mehrwert entfalten, wenn es darauf ankommt», erläutert IT-Spezialist Kreml. Sicherheit sei ein wichtiger Aspekt.

Liegeplätze sind rar in den Häfen rund um den Bodensee.

Liegeplätze sind rar in den Häfen rund um den Bodensee.

Bild: Ralph Ribi

Soziales Netzwerk

Darüber hinaus verstehe sich die App als das soziale Netzwerk einer länderübergreifenden Seemannschaft. So sollen sich Wassersportler in Gruppen und Vereinen vernetzen können, Freunde und Bekannte kontaktieren, die sich gerade auf dem See befinden und deren Aktivitäten folgen.

Es ginge Pompomela nicht darum, auf Biegen und Brechen zu digitalisieren, sondern Vorgänge im Hafen und auf dem See mit den digitalen Mitteln unserer Zeit zu vereinfachen, dabei aber bewährte Traditionen und alle Beteiligten zu respektieren. Das Team möchte noch bis Ende des Jahres versuchen, Wünsche von Wassersportlern und Hafenmeistern in die App einzuarbeiten.