Wandertipp: Von Ramsen nach Etzwilen den Schienen entlang zur Sonne

Auch eine alte Bahnlinie hat ihren Charme. Das beweist die Museumsbahn von Ramsen nach Etzwilen.

Ines Biedenkapp
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17 Bilder

Die Wanderung im Überblick

Start: Ramsen Petersburg
Ziel: Bahnhof Etzwilen
Strecke: 6,4 Kilometer
Wanderzeit: 1 Stunde 35
Aufstieg: 73 Meter
Abstieg: 53 Meter
Ausrüstung: Gutes Schuhwerk, für Kinderwagen geeignet
Gaststätten: Wohnzeit Moskau, Ramsen, Mo–Di Ruhetag, Mi 9–17 Uhr, Do–Fr 9–13 Uhr, Sa 9–13 Uhr; Restaurant Schweizerhof, Etzwilen, Mo–Di Ruhetag, Mi–Fr 9–14 und 17–24 Uhr, Sa–So ab 10 Uhr
Parkplätze: Sind an beiden Stationen vorhanden
Öffentlicher Verkehr: Mit Bus und Zug stündlich zu erreichen
Kartenmaterial: 1:25000, Blatt 1032 Diessenhofen. (ibi)

1 Ramsen Petersburg

In Ramsen Petersburg stehen zwei unscheinbare mit Holz verkleidete Häuser. Daran sind zwei Schilder angebracht: «Museumsbahn» und «Etzwilen – Singen». Diese markieren den Startpunkt der Wanderung. Denn entlang der alten Schienen geht es vom Zoll durch den Kanton Schaffhausen nach Etzwilen in den Thurgau. Die Wanderung ist nicht sehr anspruchsvoll und auch mit Kinderwagen gut machbar. Als Orientierungspunkt dienen die alten Bahnschienen, die einen den Grossteil des Weges begleiten.

Von Ramsen Petersburg geht es in Richtung Stein am Rhein. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die Strecke zu wandern. Zum einen hat es mehrere Feldwege, die parallel zu den Schienen verlaufen. Entlang der Strasse gibt es aber auch einen geteerten, recht breiten Wander- und Veloweg. Dieser eignet sich hervorragend für die schlammige Jahreszeit. Der erste Teil des Weges führt einen erstmal die meiste Zeit geradeaus. Nach etwa 35 Minuten beginnt die Strasse in eine Linkskurve überzugehen, zudem zeigt ein Strassenschild die Abbiegung nach Hemishofen und Kreuzlingen an. Ab diesem Punkt hält man sich rechts in Richtung Hemishofen.

2 Abbiegung Hemishofen

Wer möchte, kann auch auf einen der Feldwege einbiegen und auf diesem die Strecke nach Hemishofen wandern. Dort gehen vor allem Hundebesitzer mit ihren Vierbeinern spazieren, auf der geteerten Strecke sind es bei gutem Wetter die Velofahrer, die einen grüssen. Egal ob die Feldwege oder die geteerte Strasse entlang gewandert wird, zeitlich macht es keinen grossen Unterschied. Nach kurzer Zeit kommt man in Hemishofen an. Auch dort kann der Hauptstrasse gefolgt werden.

Im Dorf gibt es einen schönen Rastplatz, die Bücher-Box. Dort kann zwischen Büchern von Thomas Brezina, Nora Roberts oder auch diversen Lexika ein bisschen Luft geholt werden. Und wer weiss, vielleicht findet der eine oder andere auch gleich seine neue Bettlektüre? In Hemishofen kann zuweilen nicht den Schienen gefolgt werden, dafür geht es an schöne Fachwerkhäusern vorbei. Schon nach kurzer Zeit, vor dem Dorfausgang, öffnet sich ein schöner Blick auf die Eisenbahnbrücke von Hemishofen. Vor der Brücke zeigen Schilder nochmals an, in welche Richtung es geht. Denn statt nach Stein am Rhein geht es auf die alte Brücke.

3 Eisenbahnbrücke Hemishofen

War es anfangs noch nebelig, klart das Wetter im Laufe der Wanderung weiter auf. Dadurch ergibt sich ein fast mystischer Anblick auf die Eisenbahnbrücke, die nur halb im Nebel liegt. Die schöne Aussicht kann auch von einer Bank direkt vor dem Übergang genossen werden. Die Brücke stammt aus dem Jahr 1875 und gilt als Denkmal von nationaler Bedeutung. Im Jahre 2004 wurde der Gesamtzugverkehr eingestellt. Zwei Jahre später ging die Brücke an die Stiftung Eisenbahnbrücke Hemishofen über. Diese machte es sich zur Aufgabe, die Brücke wieder ihrer ursprünglichen Nutzung, im Rahmen eines Museumszugbetriebs, zuzuführen.

Heute kann man vor allem im Sommer die Strecke per Schienenvelo erkunden oder Dampfbahnfahrten unternehmen. Auf der Brücke selbst geht es vom Kanton Schaffhausen in den Kanton Thurgau. Am Ende der Brücke angekommen, geht es direkt wieder unter ihr hindurch. Dieses kurze Stück gehört zum Seeradweg. Danach hält man sich jedoch nach links. Von dort geht es wieder den Schienen entlang nach Etzwilen.

4 Etzwilen

Das letzte Stück zum Zielort geht an aufblühenden Feldern vorbei. Hat sich der Nebel verzogen, gibt es auch immer mal wieder einen Blick auf die Burg Hohenklingen, die hoch oben über Stein am Rhein wacht. Nach ungefähr einer halben Stunde oder nach rund zwei Kilometern ist das Ziel erreicht, der Bahnhof in Etzwilen.

Hier gibt's das PDF zum Herunterladen.

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