Den richtigen Tüftler finden

Die Schweiz habe kluge Köpfe und tolle Firmen, glauben Hanspeter Bär und Gaby Schwarz. Als Innovationsmentoren im Auftrag der KTI wollen sie innovative KMU mit den richtigen Forschern an den Hochschulen zusammenbringen.

Kaspar Enz
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Hanspeter Bär und Gaby Schwarz wollen Unternehmen und Forschungsinstitutionen zusammenbringen. (Bild: Ralph Ribi)

Hanspeter Bär und Gaby Schwarz wollen Unternehmen und Forschungsinstitutionen zusammenbringen. (Bild: Ralph Ribi)

Sei es ein bahnbrechendes Produkt, das neue Märkte erschliesst, oder ein neues Verfahren, das die Produktivität verdoppelt: Schweizer KMU sind auf Innovationen angewiesen, um auf dem Weltmarkt zu bestehen. Doch Innovationen lassen sich nicht aus dem Finger saugen. «KMU können nicht alles selber machen», sagt Hanspeter Bär. «Es fehlt oft an Spezialisten.» Hochschulen und andere Forschungsinstitutionen stehen zwar bereit. «Doch viele Unternehmer wissen nicht, wer der beste Partner für ihr Projekt wäre», sagt Bär.

Zwei in der Ostschweiz

Hanspeter Bär und Gaby Schwarz wollen solchen Unternehmen helfen, den richtigen Forschungspartner zu finden. Sie sind die beiden Innovationsmentoren in der Ostschweiz. Die Kommission für Technologie und Innovation (KTI) des Bundes hat insgesamt acht von ihnen in der Schweiz eingesetzt, um die Zusammenarbeit zwischen KMU und Forschungsinstituten zu verbessern. «Wir haben in der Schweiz schlaue Köpfe und tolle Firmen», sagt Bär. «Die wollen wir zusammenbringen.»

Noch stehen sie am Anfang. «Wir wollen jetzt die KMU erreichen», sagt Hanspeter Bär. Deshalb suchte die KTI auch gezielt nach Leuten, die in ihren Regionen sowohl mit Forschungsinstitutionen wie mit KMU gut vernetzt sind – Leute wie Hanspeter Bär. Er war lange bei Huber + Suhner in der Entwicklung und in der Konzernleitung tätig. So kennt er die Situation der Unternehmen wie die Zusammenarbeit mit Hochschulen aus eigener Erfahrung. Seit Anfang Jahr ist der Ausserrhoder pensioniert. «Ich will etwas zurückgeben», sagt er.

Als Dozentin an verschiedenen Hochschulen und Vorstandsmitglied des ETH-Vereins kennt Gaby Schwarz die Ostschweizer Hochschullandschaft bestens. Aber «wer immer von Innovation erzählt, will es auch mal machen». Mit ihrer Innovista Management GmbH begleitet Gaby Schwarz jetzt schon Unternehmen in Innovationsprozessen. So kennt sie die Hürden, die KMU auf dem Weg zu neuen Produkten im Weg stehen. Zwar hätten kleine Unternehmen beste Voraussetzungen für innovative Projekte. «Sie sind wendig, haben wenig Bürokratie und können so schnell auf Trends reagieren», sagt Schwarz. Aber oft sei die Belastung durch das Tagesgeschäft gross. «Da ist es schwer, die Zeit frei zu schaufeln für ein Projekt, von dem man nicht weiss, ob es gelingt.»

Unternehmer verstehen

Unterstützung wäre also willkommen, und die Innovationsmentoren bieten nicht nur Hand, wenn es darum geht, die richtigen Forschungspartner zu finden. So müssen sie einerseits verstehen, was das Unternehmen braucht. Das muss nicht zwingend ein Forschungsinstitut sein – manchmal ist ein anderes Unternehmen der richtige Partner. Andererseits sollen sie den Unternehmern auch helfen, zu Fördermitteln zu kommen. Solche Beiträge vergibt die KTI zwar selber, doch die Innovationsmentoren sollen auch andere Wege aufzeigen und sie beim Verfassen von Projektanträgen unterstützen. «Ziel unserer Arbeit ist nicht ein Beitrag der KTI, Ziel ist die Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit der Schweizer Industrie», sagt Hanspeter Bär. Nicht dass die Innovationsmentoren den KMU die ganze Arbeit abnehmen. «Wir sind in erster Linie Netzwerker, nicht Projektmitarbeiter.»

Ein Anruf genügt

Positive Rückmeldungen und erste Themen hat Hanspeter Bär schon bekommen. Nun geht es für die frischgebackenen Innovationsmentoren an die Arbeit. Sie haben ein Mandat von der KTI, für höchstens 600 Stunden werden sie bezahlt. Für die KMU, die bei ihnen Unterstützung suchen, sind sie gratis. «Man kann uns einfach anrufen», sagt Gaby Schwarz. «Es gibt keine blöden Fragen.»