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Den Nachwuchs beraten

Die langjährige Erfahrung mag den Mitarbeitern der studentischen Unternehmensberatung Esprit fehlen. Das macht der HSG-Verein mit unkonventionellen Ansätzen wett – seit 25 Jahren.
Anna-Luise Beulshausen
«Frisches akademisches Wissen»: Teammitglieder Thomas Kaiser, Nicolas Scherer, Constantin Richard, Timarian Rust und Julian von Fischer. (Bild: Benjamin Manser)

«Frisches akademisches Wissen»: Teammitglieder Thomas Kaiser, Nicolas Scherer, Constantin Richard, Timarian Rust und Julian von Fischer. (Bild: Benjamin Manser)

ST. GALLEN. «Wir alle können uns vorstellen, später in die Beratung zu gehen», sagt Constantin Richard, Vizepräsident von Esprit, der studentischen Unternehmensberatung. Mit seinen Kollegen sitzt er um den Tisch im Sitzungszimmer des Vereins. Sie besprechen die Anliegen der letzten Woche: den Kontakt zu einem Kunden, die anstehende Teamreise. Das Zimmer wurde gerade renoviert. Die Wände sind frisch gestrichen, und ein neuer Beamer ist an der Decke installiert.

Am Tisch sitzt auch Timarian Rust. Er studiert erst seit September an der HSG und fing bereits einen Monat später bei Esprit an. Er suchte bei der studentischen Beratung einen Praxisbezug zum Studium und Kontakte zu potenziellen Arbeitgebern. «Aber auch die Gemeinschaft, das soziale Vereinsleben, ist mir wichtig», sagt er. Bei Esprit ist er als Projektleiter beim Marketing-Team tätig und hat in den letzten Wochen das 25-Jahr-Jubiläum der studentischen Beratung organisiert.

Über 300 Projekte seit 1988

Timarian Rust ist einer von 21 Studierenden, die sich bei Esprit engagieren. Sie beraten aber nicht selbst, sondern vermitteln die eigentlichen Berater für Projekte an Kunden: Über einen Newsletter greifen die Mitarbeiter von Esprit auf einen Pool von über 1000 Studierenden der HSG – grösstenteils auf der Masterstufe – zurück. Diese werden im Gegensatz zum Esprit-Team auch bezahlt.

Seit seiner Gründung 1988 hat der HSG-Verein über 300 Projekte betreut. Zurzeit sind es 24. So sucht Esprit aktuell Studierende, die den Markteintritt eines internationalen Start-ups in der Schweiz betreuen oder eine Marktanalyse für ein Logistikunternehmen erarbeiten. Den Arbeitsumfang und die Anforderungen für ein Projekt erarbeiten Esprit-Mitarbeiter vorher mit dem Kunden. Sie kümmern sich um die Projektakquise, den Kundenkontakt und schreiben eine Offerte.

Im Durchschnitt arbeiten die Studierenden acht Stunden pro Woche in der Beratung. Manchmal flüchten sie zum Lernen aus der überfüllten Bibliothek in die verwinkelte Wohnung an der Guisanstrasse. Dort kochen sie auch gelegentlich zusammen. Jeder Raum ist einem Team zugeordnet. In einem Zimmer beschäftigen sich Mitarbeiter mit der Strategie ihrer Beratung, in einem andern mit den Finanzen. Die Türen stehen offen. Es herrscht eine familiäre Stimmung.

Esprit nimmt ausschliesslich Studienanfänger auf. «Uns ist bewusst, dass wir wenig Erfahrung mitbringen», sagt Timarian Rust. Aber ehemalige Vereinsmitglieder unterstützten ihn und seine Kollegen. Eine Datenbank abgeschlossener Projekte helfe, ein neues anzugehen. Bei der Auswahl der Mitarbeiter setzt Esprit in erster Linie auf deren Motivation. «Es ist sehr viel Arbeit. Allein für den Lebenslauf macht das keiner», sagt Julian von Fischer, Vorstandsmitglied bei Esprit.

Günstige Beratungsleistung

Julian von Fischer und Timarian Rust verdienen nichts für ihr Engagement. Auch eine Gewinnbeteiligung gibt es seit 2010 nicht mehr. Die kleine Marge des Vereins an den Projekten deckt vor allem die Miete und Ausgaben für Büromaterial. Was übrigbleibt, wird zurückgelegt und gelegentlich in ein Abendessen für die Mitarbeiter investiert.

Für mittelständische Unternehmen wird die Beratung so erst erschwinglich. Die Studierenden seien aber nicht nur günstig, meint Timarian Rust. Sie hätten über ihr Studium Zugang zu den neuesten Methoden der Forschung. «Als studentische Berater haben wir preislich einen Wettbewerbsvorteil, bieten unkonventionelle Ansätze, frisches akademisches Wissen und flexible Lösungen», sagt Rust.

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