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Den Fokus schärfen

Börsenspiegel
Mikio Kumada

«Der am meisten gehasste Bullenmarkt der Geschichte» ist ein Ausdruck, den Marktbeobachter in den vergangenen Jahren lange verwendeten. Sie beschrieben damit die anhaltende Risikoaversion der Anleger angesichts ungelöster struktureller Probleme und schleppenden Wirtschaftswachstums. Nach gut neun Jahren ist dieser Hass einer unwilligen Akzeptanz gewichen.

Inzwischen gibt es Anzeichen, dass sich daraus eine bedingungslose Liebe jener Art entwickelt, die Menschen blind macht. Doch exakt in Zeiten wie diesen sollten die Anleger extrem wachsam sein und ihren Fokus schärfen. Disziplin kann Anleger davor bewahren, sich von der Übertreibung mitreissen zu lassen, die in dieser Spätphase des Zyklus zu erwarten ist. Langfristig orientierte Investoren sollten sich am Privatmarkt wie auch an den Börsen daher weiter auf Qualität konzentrieren und noch selektiver agieren. Eine gewisse Skepsis gegenüber den heissen Themen bleibt wichtig. Zwar mag dies den Verzicht auf kurzfristige Erträge bedeuten, doch das Rennen ist noch lange nicht vorbei und Umsicht wird sich letztlich auszahlen.

Inflation wird wieder ein Thema

Die Weltwirtschaft scheint nun endlich ihre Fluchtgeschwindigkeit erreicht zu haben. Die Inflation – bis dato weitgehend nicht vorhanden – könnte angesichts des langsam zunehmenden Lohndrucks ebenfalls allmählich wieder ein Thema werden. Dann könnten die Zentralbanken schneller als derzeit angenommen die Normalisierung der Geldpolitik implementieren.

Gewiss: Derzeit sorgen die Fundamentaldaten für Rückenwind und könnten weitere Kursanstiege bewirken. Da die Anleger ihre Anlagedisziplin in Teilen aufgeben, werden für die Spätphase eines Bullenmarktes die durchaus üblichen Übertreibungen erwartet. Dennoch sollten Anleger folgende Dos and Don’ts im Auge behalten:

Titel mit hoher Bewertung und engen Kreditrisikoprämien meiden. Überwachung von Bewertungssignalen einrichten, um antizyklisch mehr Marktrisiken einzugehen.

Vorsicht bei passiven Anlagestilen und extrem dynamischen Branchen. Qualifizierte aktive Manager mit eindeutigem Wettbewerbsvorteil bevorzugen.

Sich von Megafonds im Bereich Buy-out und Venture distanzieren, die um teure Transaktionen wetteifern. Spezialisierte und agile Akteure in Nischenmärkten vorziehen.

Neue Marktteilnehmer mit fragwürdiger Fonds- und Anreizstruktur meiden. Auf bewährte Erfolgsmodelle, Interessensübereinstimmung und faire Gebührenstrukturen setzen.

Mikio Kumada

LGT Capital Partners

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