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«In 20 Jahren werden die Wände zu uns sprechen»: Wie Gründer und KMUs Künstliche Intelligenz und Big Data als Chance nutzen können

Am 3. Startfeld Innovationsforum ist in St.Gallen unter anderem über die Zukunft der Technologieriesen diskutiert worden. Mit dem Tagungsthema «Jäger und Sammler: Mehrwert durch Datennutzung» haben rund 200 Teilnehmer mehr über die gewinnbringende Nutzung von Big Data und Künstlicher Intelligenz erfahren.
Yusuf Barman
Datenexperte Todd Robison malt eine Zukunft aus, in der die physische und digitale Welt zunehmend zu einem Internet der Dinge verschmelzen. (Bild: PD)

Datenexperte Todd Robison malt eine Zukunft aus, in der die physische und digitale Welt zunehmend zu einem Internet der Dinge verschmelzen. (Bild: PD)

Daten und Informationen spielen in Unternehmen eine immer wichtigere Rolle und stellen vermehrt einen bedeutenden Produktionsfaktor dar. Dass Technologiefirmen mit Kundendaten lukrative Geschäfte machen können, ist spätestens seit dem Facebook-Skandal und dem Missbrauch der Analysefirma Cambridge Analytica auch einer breiten Öffentlichkeit bekannt. Das Vertrauen in die Online-Dienste und Technikfirmen hat in den letzten Jahren stark gelitten.

Das grosse Geschäft mit digitalen Datenbergen

Datennutzung birgt jedoch nicht nur Gefahren. Am Startfeld Innovationsforum in St.Gallen, welches von der Enterprise Development Group (EDG) und dem St.Galler Innovationsnetzwerk Startfeld organisiert wurde, haben Gründer, Innovatoren, Akademiker und Vertreter von KMUs einen ganzen Tag lang über die legitime Freilegung von Unternehmenspotenzialen durch Big Data diskutiert. Dabei standen im Zusammenhang mit der Auswertung der gesammelten Daten insbesondere Kompetenzen im Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI) im Fokus.

Nach der Begrüssung durch die Moderatoren Cornelia Gut-Villa und Myriam Göbli hat der Texaner Todd Robison, der für die Veranstaltung aus den USA eingeflogen ist, über die Veränderung des Geschäftsumfelds durch Big Data referiert.

Die ersten fünf Minuten seiner Präsentation hielt der Amerikaner in perfektem Deutsch ab, bevor er zu seiner Muttersprache wechselte: «Es freut mich, zurück in St.Gallen zu sein. Ich fühle mich hier gewissermassen zu Hause.»

Robison hat gegen Ende der 90er-Jahre in St.Gallen studiert. Danach begann er seine Karriere bei Mercedes Benz und war für das Global Branding verantwortlich. Zudem führte er beim US-amerikanischen Medienkonzern Viacom die internationale Verbraucherdatenerfassung ein. Heute ist Robison als Gründer und CEO von Mazon Data Services weltweit führender Anbieter für Big Data Dienstleistungen.

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3. Starfeld Innovationsforum in St.Gallen: Mehrwert durch Künstliche Intelligenz und Big Data

Innovationskrieg in Übersee

Während seines Referats malte Robison eine Zukunft aus, in der Daten nicht nur für Technologieunternehmen, sondern in jeder Branche tonangebend sein werden. Er erzählte etwa von der Erfolgsgeschichte des US-amerikanischen Einzelhandelskonzerns Walmart. Dass Walmart heute zum Unternehmen mit dem weltweit höchsten Umsatz wurde, hat es Big Data zu verdanken.

Während sich in der Schweiz die Detailhändler Coop und Migros mit dem Status quo gewissermassen zufriedengeben, tobt in Übersee ein regelrechter Innovationskrieg zwischen Walmart und Amazon. Amazon, das wertvollste Unternehmen der Welt, drängt als Internet-Pionier mit voller Kraft in den stationären Handel. Walmart hingegen baut mit Vollgas seine E-Commerce Kompetenzen auf. Im Mittelpunkt dieses Konkurrenzkampfes steht das Sammeln und Auswerten von Daten, mit Hilfe derer individuelle Kundengruppen im Internet anvisiert werden.

«In 20 Jahren werden die Wände zu uns sprechen»

Robison wies auch auf die zunehmend wichtigere Rolle des Internet of Things (IoT) bei der Datensammlung hin. Hinter dem Begriff «Internet der Dinge» verbirgt sich eine Technik, die alltägliche Geräte über Sensoren und das Internet miteinander verbindet. Sie sammeln Daten, bearbeiten Informationen und kommunizieren über das Internet ohne menschlichen Eingriff mit Smartphones, Computern oder andern Gegenständen. Der Datenexperte prophezeit:

«In zehn Jahren werden mehr als dreissigmal so viele Geräte wie heute mit dem Internet verbunden sein. In 20 Jahren werden wortwörtlich die Wände zu uns sprechen.»

HSG-Professor Elgar Fleisch erklärt wie man das Gesamtportfolio aus Sach- und Dienstleistungen optimieren kann. (Bild: PD)

HSG-Professor Elgar Fleisch erklärt wie man das Gesamtportfolio aus Sach- und Dienstleistungen optimieren kann. (Bild: PD)

Das Internet der Dinge stand vor allem im Zentrum des Referats von Elgar Fleisch, Professor für Informations- und Technologiemanagement an der ETH Zürich und der Universität St.Gallen. Die aktuelle Verschmelzung der physischen mit der digitalen Welt zu einem Internet der Dinge steht im Fokus seines Forschungsinteresses. Der 51-jährige Tech-Guru sagt voraus, dass «die Anbindung von Produkten ans Internet vielfältige Chancen für Unternehmen bieten wird» und dass «die Digitalisierung der physischen Welt zu einer zunehmenden Dienstleistungsorientierung führen wird.»

«Löwin» will Dominanz der Tech-Riesen aufbrechen

Die einzige Referentin am Innovationsforum, Bettina Hein, hat die Teilnehmer auf den Vertrauensverlust der Nutzer in die Internet-Dienste aufmerksam gemacht. Die St.Gallerin gehört seit knapp einem Monat zu den fünf prominenten Schweizer Investoren, die in der neuen Gründershow «Die Höhle der Löwen Schweiz» auf TV24 die Ideen von Jungunternehmen beurteilen. Dabei entscheidet die «Löwin» zusammen mit ihrem Jurorenteam, ob ein Gründer unterstützt wird oder nicht:

Hein hat während ihrer Präsentation auf die Kritik von Tim Berners-Lee verwiesen, welcher als Erfinder des «World Wide Web» gilt: Sir Tim Berners-Lee entwickelte im Cern bei Genf ein internetbasiertes Hypertext-System zur Vernetzung von Websites und für den Zugriff auf Informationen.

Als das Cern vor drei Monaten den 30-jährigen Geburtstag des Web würdigte, hat der Physiker seine Sorgen öffentlich kundgegeben und sagte, dass seine Erfindung sich anders entwickelt hat, als er es sich erhofft hatte. Er kritisierte öffentlich die Dominanz von Tech-Giganten im Web.

Der 64-Jährige hat deshalb das Start-up Inrupt gegründet, welches eine dezentrale Weblösung namens Solid baut. Solid steht für «Social Linked Data», eine neue Online-Plattform, die als dezentrales Projekt des «Web 3.0» gilt und den Usern die Kontrolle über ihre Daten zurückgeben soll.

Bettina Hein sagte am Startfeld eine Internetrevolution voraus. (Bild: PD)

Bettina Hein sagte am Startfeld eine Internetrevolution voraus. (Bild: PD)

Bettina Hein hat sich mit ihrem neuen Start-up namens «HelloYellow» ein klares Ziel gesetzt: «Ich hoffe, dass wir gemeinsam mit der neuen Welle des Web 3.0 das Vertrauen ins Internet wiederherstellen können und den Nutzern die Macht über ihre Daten geben können.» Ihr neues Unternehmen baut auf die Weblösung Solid von Tim Berners-Lee auf und will dazu beitragen, die Online-Privatsphäre der Nutzer zu verbessern. Hein sagte während ihres Referats eine regelrechte Internetrevolution voraus:

«Es gibt heute rund 450 000 Open Source Developer auf der Welt, die sich für die Dezentralisierung der Macht im Netz einsetzen. Die Tech-Riesen haben den Software-Entwicklern vor Jahren versprochen, die Welt verbessern zu können. Viele sind heute nicht mehr bereit, das Spiel von Google, Facebook und dergleichen mitzumachen.»

Am Ende ihrer Präsentation zog die St.Gallerin ein klares Fazit: «Die Herrschaft der Technologie-Giganten ist vorbei!»

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