Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

Konjunkturexperte: «Das Umfeld ist prädestiniert für Fehlentwicklungen»

Die Konjunkturampel der Bauwirtschaft steht schon lange auf Grün. Das gilt auch für die Ostschweiz. Die Geschäftslage ist hervorragend, so dass der Konjunkturindex der Bauwirtschaft einen neuen Höchstwert erreicht hat, heisst es im aktuellen Bericht zur Lage in der Ostschweizer Wirtschaft.
Peter Eisenhut. (Bild: Michel Canonica)

Peter Eisenhut. (Bild: Michel Canonica)

Laut Ihrem Konjunkturbericht Ostschweiz boomt die Bauwirtschaft weiter. Das hat sich in den letzten Monaten schon anders angehört. Was wird in der Ostschweiz gebaut?

Peter Eisenhut: Der Wohnungsbau in der Ostschweiz läuft nach wie vor gut. Vor allem Ausbauten, Umbauten und Sanierungsprojekte verzeichnen ein gutes Wachstum.

Gibt es eigentlich überhaupt etwas, das den Höhenflug in der Bauwirtschaft bremsen kann?

Dem Höhenflug der Bauwirtschaft steht nur ein wirkliches Hemmnis im Weg, das ist der Fachkräftemangel. Die Verfügbarkeit von geeignetem Personal wird zum immer grösseren Engpassfaktor.

Es gibt aber auch mehr Leerstände, sagen jedenfalls Liegenschaftsunternehmen.

Die Baumeister des Hauptgewerbes sind mit der Geschäftslage sehr zufrieden, auch wenn die sich abzeichnende Stabilisierung eingetreten ist. Die aktuellen Entwicklungen auf dem Hypothekarmarkt sind für den Neubau zwar förderlich, gleichzeitig aber werden die zunehmenden Leerbestände die Neubautätigkeit in Schach halten.

In manchen Ostschweizer Regionen haben die Baugesuche inzwischen ziemlich nachgelassen. Ist das nur eine temporäre Erscheinung, und welche Folgen kann das haben?

Die unter dem langjährigen Trend liegenden Baugesuche und auch die steigenden Leerbestände sind ein Vorläufer eines rückläufigen Neubauvolumens. Kurzfristig kann das durch steigende Sanierungsarbeiten gemildert, mittel- und längerfristig aber nicht kompensiert werden. Insbesondere in den Regionen Toggenburg und Rheintal liegen die Baugesuche bereits unter dem langfristigen Durchschnitt.

Können Renovationen und Sanierungen die Baubranche am Schluss retten?

Bauen im Bestand befindet sich in einem Aufwind, der noch lange anhalten dürfte. Der Anteil von Umbau-, Ausbau- und Sanierungsprojekten am gesamten Investitionsvolumen war noch nie so hoch wie heute. Vor allem in der Ostschweiz ist eine rege Planung von Umbauprojekten zu beobachten. Davon profitiert insbesondere das boomende Ausbaugewerbe.

Sie warnen vor einer Blase. Warum?

Die gute Konjunktur, die erfreuliche Entwicklung am Arbeitsmarkt und insbesondere die tiefen Zinsen unterstützen die Nachfrage nach Wohneigentum und die Investitionen in Renditeliegenschaften. Tiefe Zinsen, hohe Preise, hohe Bautätigkeit, hoher Leerbestand und hohe Hypothekarverschuldung prägen die aktuelle Situation. Dieses Umfeld ist geradezu prädestiniert für Fehlentwicklungen. Ob daraus ein grosser Knall wird und wann die allfällige Blase platzen wird, wage ich allerdings nicht zu prognostizieren. Aber mit zunehmenden Preisen und zunehmender Verschuldung steigt auch die Fallhöhe.

Die Hypozinsen sind auf einem absolutem Tiefstand, teils schon im Minusbereich. Sollten die Banken da nicht einen Riegel vorschieben?

Die Banken erkennen die Gefahren am Immobilienmarkt selbstverständlich auch. Sie haben sich auf eine verschärfte Selbstregulierung bei den Vergaben von Hypotheken auf Wohnrenditeliegenschaften geeinigt, auch um neue Regelungen des Bundes abzuwenden. Bei einem Rückgang der Liegenschaftspreise oder bei einem Zinsanstieg wird es dennoch zu Problemfällen kommen. (bor)

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.