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«Das Umfeld ist anders»

Pascal Ritter

Schweiz–USA Finanzminister Ueli Maurer erklärt, wieso die Gespräche mit den USA unter Trump effizienter geworden sind.

Ueli Maurer, heute haben Sie den US-Finanzminister Steven Mnuchin getroffen. Wie ist das Verhältnis zu ihm und zu Trumps USA?

Mit der Trump-Administration hat sich das Verhältnis stark verbessert. Ich hatte heute bereits mein viertes Gespräch mit dem US-Finanzminister. Wir kennen uns. Unter den Amerikanern nennt man sich beim Vornamen, auch wenn das nicht die gleiche Bedeutung hat wie hier. Wir hatten seit Trumps Amtsbeginn schon mehr Kontakt mit den Amerikanern als in den ganzen acht Jahren Obama.

Warum diese neue Offenheit?

Das Umfeld ist anders. Zum Teil haben wir nun Ansprechpartner, die nicht aus der Politik kommen und weniger Erfahrung haben. Das verkürzt die Vorbereitungszeit, und die Gespräche sind effizienter.

Das klingt, als wären die USA und die Schweiz dank Trump beste Freunde.

Ich gehe davon aus, dass die Schweiz nicht grundsätzlich Freunde hat. Freunde kann man privat haben, aber die Länder vertreten logischerweise ihre Interessen. In den Verhandlungen muss man dafür sorgen, dass beide Seiten gewinnen können, und dies ist in den Gesprächen mit den USA gegeben. Beide Länder sind starke Volkswirtschaften mit einem grossen Finanzplatz. Da kann sich etwas ergeben.

Unter Trump fahren die USA einen protektionistischen Kurs, was sich auf den Schweizer Export auswirken kann.

Hauptsächlich ging es um Finanzfragen. Trump bringt einen neuen Patriotismus in die Wirtschaftspolitik. Wir hatten nun eine Zeit der Gewinnoptimierung und der hohen CEO-Gehälter. Die Gesellschaft fordert nun, dass Firmen wieder Verantwortung übernehmen. Diese Schiene fährt Trump, und ich denke, die weitere Entwicklung wird in diese Richtung gehen. Firmen müssen sich wieder an Werten orientieren.

Trumps Patriotismus könnte aber dazu führen, dass Gelder aus der Schweiz abfliessen.

Ich schliesse nicht aus, dass Gelder abfliessen. Das heisst für uns, dass wir umgekehrt für steuerlich gute Bedingungen sorgen müssen. Der Kampf um das Steuersubstrat wird sich verstärken. Aber der Patriotismus von Trump geht weiter als das. Die Leute wollen die Gewinnmaximierung und die hohen CEO-Gehälter nicht mehr. Das sieht man auch an Demonstrationen gegen das WEF.

Was erwarten Sie von der Rede von Donald Trump am Freitag?

Eine solche Rede verändert die Welt nicht. Ich gehe von einem staatsmännischen Auftritt aus. Vielleicht wird er ein Gegengewicht setzen zur Rede des chinesischen Staatschefs Xi Jinping. Ich glaube nicht, dass er zum Rundumschlag ausholen wird. Aber er hat bis jetzt immer zugespitzt formuliert. Man muss aber auch sehen, dass er mit seiner Politik letztlich erfolgreich war. Er hat Arbeitsplätze geschaffen, administrative Hürden abgeschafft, und die Zuwanderung ging zumindest vorübergehend zurück.

Interview: Pascal Ritter

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