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Das sind die drei Hauptgewinner des Börsenbooms

Die steigenden Aktienkurse gewähren den unter den Negativzinsen ächzenden Pensionskassen mehr Luft. Sie bedeuten aber auch mehr Rendite für die Nationalbank und mehr Macht für Staatsfonds.
Daniel Zulauf
Die Börse an der Pfingstweidstrasse in Zürich. (Bild: Philipp Schmidli, 6. Februar 2018)

Die Börse an der Pfingstweidstrasse in Zürich. (Bild: Philipp Schmidli, 6. Februar 2018)

Der Boom an den Finanzmärkten hat viele Gewinner. Zu ihnen gehören erfreulicherweise auch die Schweizer Pensionskassen. Im Durchschnitt legen sie knapp 30 Prozent des Vorsorgevermögens in Aktien an. Mit diesem Anteil haben die Kassen bis Ende Oktober eine durchschnittliche Gesamtrendite von etwas mehr als 9 Prozent erwirtschaftet, weiss Alexander Schenk von der Bank Pictet.

Die Bank zeichnet die Renditen der Pensionskassen seit 1985 anhand von verschiedenen sogenannten BVG-Indices nach. Schenk bezeichnet den diesjährigen Zwischenstand als «sehr erfreulich». Nicht nur Aktien haben zur Vermehrung der Vorsorgevermögen beigetragen, sondern auch Obligationen.

Zwar sind im Jahresverlauf die langfristigen Zinsen auch in der Schweiz kräftig gesunken, dafür aber die Kurse der Obligationen gestiegen. Bis Ende Oktober lag die durchschnittliche Gesamtrendite eines Schweizer Obligationenportefeuilles bei rund 3,4 Prozent.

Deutlicher Anstieg beim Deckungsgrad der Pensionskassen

Schenk schätzt, dass der durchschnittliche Deckungsgrad der Kassen privatrechtlicher Arbeitgeber inzwischen bei gut 115 Prozent angelangt ist. Der Wert gibt Auskunft darüber, wie viel Kapital eine Kasse zur Deckung ihrer gesamten, in der Zukunft liegenden Leistungen zur Verfügung hat. In der Finanzkrise war der Wert unter 100 Prozent gefallen.

Als Käufer am hiesigen Aktienmarkt treten die Pensionskassen angesichts ihrer bereits hohen Bestände aber relativ wenig in Erscheinung. Auch die Privatanleger spielen eine eher untergeordnete Rolle. Zwar zeigt die Statistik der Schweizerischen Nationalbank, dass 2017 rund 13 Prozent aller Forderungen Privater Haushalte in der Schweiz (2560 Milliarden Franken) in Aktien investiert waren.

(Grafik: Gerhard Riezler/Keystone)

(Grafik: Gerhard Riezler/Keystone)

Doch der Grossteil besteht aus Bargeldbeständen und Kontoeinlagen (31 Prozent) sowie aus Forderungen gegenüber Pensionskassen und Versicherungen (39 Prozent). Der Aktienanteil ist im Verlauf der vergangenen 20 Jahre sogar deutlich zurückgegangen. Hinzu kommt, dass nur relativ wenige Privathaushalte Direktanlagen in Aktien besitzen.

Zwar gibt es dazu keine Statistik in der Schweiz, doch das Deutsche Aktieninstitut führt eine solche. Sie zeigt, dass 2018 nur rund 10 Millionen Personen in Deutschland direkt im Besitz von Aktien oder Aktienfonds waren. Das entspricht einem Anteil von 16 Prozent aller Bürger im Alter von über 14 Jahren.

Zu den Grossinvestoren an den Aktienmärkten gehören stattdessen die Notenbanken, allen voran die SNB. Diese hat ihren Aktienbestand in den vergangenen zehn Jahren von 11 Milliarden auf aktuell 160 Milliarden Franken ausgeweitet. Allerdings investiert die SNB aus geldpolitischen Gründen nur in ausländische Papiere.

Andere Länder überlassen staatliche Aktieninvestitionen ihren Staatsfonds. Die Welt zählt derzeit etwa 90 solcher Vehikel in mehr als 50 Ländern. Insgesamt besitzen sie Aktien im Wert von 8200 Milliarden Dollar. Ein Drittel dieses Kapitals ist in öffentlich handelbare Aktien investiert. Das entspricht fast 4 Prozent des globalen Marktwertes von Aktien.

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