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Das Aufräumen hat erst begonnen

Thomas Griesser Kym
Wirtschaftsredaktor Thomas Griesser. (Bild: Ralph Ribi)

Wirtschaftsredaktor Thomas Griesser. (Bild: Ralph Ribi)

Vertrauen schaffen, Transparenz schaffen – das verspricht Pascal Gantenbein, den die Affäre Vincenz vorläufig ins Amt des Raiffeisen-Verwaltungsratspräsidenten gespült hat. Der neue starke Mann im Aufsichtsgremium will die Affäre lückenlos aufgeklärt haben, nicht zuletzt, damit «die Kunden und Mitarbeiter wieder stolz sein können» auf die Bank.

Der Auftritt vom Freitag vor den Medien indessen zeigt: Die Aufarbeitung der Affäre und vor allem die dringend nötige Reform des genossenschaftlich organisierten Geldinstituts stehen erst ganz am Anfang. Der frühere Bankchef Pierin Vincenz schmort in Untersuchungshaft, die Affäre hat Gantenbeins Vorgänger Johannes Rüegg-Stürm aus dem Amt geschwemmt, nachdem er sich wenige Tage zuvor noch an seinen Sessel gekrallt hatte. Und Vincenz’ Nachfolger Patrik Gisel mimt weiterhin das Unschuldslamm, obwohl sich die Indizien rapide verdichten, dass er bei Vincenz’ mutmasslichen Machenschaften zumindest Mitwisser war, wenn nicht gar Mittäter.

Der Verwaltungsrat ist deshalb gefordert, auch die Rolle Gisels zu durchleuchten. Sollte er sich in der Affäre eines Vergehens schuldig gemacht haben, und sei es allein durch geflissentliches Wegschauen, ist er als Bankchef unhaltbar. Zur Klärung aller Vorwürfe und zum Aufbruch in eine tragfähige Zukunft muss sich aber das Aufsichtsgremium rundum reformieren. Noch immer kleben auf dessen Sesseln grossmehrheitlich Personen, denen es an allen Ecken und Enden an relevantem Fachwissen fehlt.

Eine Reihe neuer Köpfe ist jetzt vonnöten, und zwar schnell. Es braucht Köpfe, die es kraft Charakterstärke und ihres Wissens über die Finanzbranche, zu Recht und Compliance oder zu Corporate Governance verstehen, die Geschäftsleitung wirksam zu beaufsichtigen und ihr Tun kritisch zu hinterfragen. Damit künftig kein Chef mehr wie Vincenz ein Eigenleben fern jeder Kontrolle zu entfalten vermag.

thomas.griesser@tagblatt.ch

Mehr zur Vincenz-Affäre lesen Sie <strong>hier</strong>.

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