Curaden auf Expansionskurs

In der Dentalhygiene ist Curaden global ein Nischenplayer – aber ein sehr erfolgreicher. Jüngst hat die Krienser Firma in Degersheim eine moderne Produktion namens Curaplast errichtet.

Christof Lampart
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Curaplast-Chef Marco Zavalloni (links) und Ezio Gabriele, Leiter Standort Degersheim, vor Ort im Werk. (Bild: Christof Lampart)

Curaplast-Chef Marco Zavalloni (links) und Ezio Gabriele, Leiter Standort Degersheim, vor Ort im Werk. (Bild: Christof Lampart)

DEGERSHEIM. Bevor die Curaden AG anfing, in Degersheim unter dem Namen Curaplast AG Zahnbürsten der Marke Curaprox herzustellen, liess sie solche ausschliesslich bei der toggenburgischen Bürstenfabrik Ebnat-Kappel AG produzieren. Dies geschah zur vollsten Zufriedenheit der Curaden AG. Eine interne Risikoanalyse ergab jedoch, dass die Abhängigkeit von einem einzigen Produzenten zu unsicher sei, zumal die Nachfrage nach Zahnbürsten «made in Switzerland» beständig stieg. «Wir mussten davon ausgehen, dass wir die Nachfrage mit einem Produktionsstandort alleine bald nicht mehr bewältigen könnten, weshalb wir schon seit längerem einen zweiten Partner suchten», erklärt der Chef der Curaplast AG, Marco Zavalloni.

Angebot geprüft und umgesetzt

Damit ist auch eines klar: Die Curaden AG plante nicht von Anfang an den «Sprung» vom reinen Händler zu dem, was sie heute ist: nämlich Hersteller und Händler in einem. Dass es so weit kam, war dem Zufall geschuldet. Denn als Curaden einen zweiten Hersteller suchte, bot ein bisheriger Curaden-Zulieferer – die auf die Optimierung von Zahnseide spezialisierte Degersheimer Paul Schindler AG – den Kriensern aufgrund Geschäftsaufgabe die eigenen Räumlichkeiten zum Kauf an.

Die Curaden AG griff nach kurzer Bedenkzeit entschlossen zu – und so werden seit August 2015 in Degersheim Zahnbürsten der Marke Curaprox produziert. Denn die Unternehmensführung hielt klar am einst gefassten Grundsatz fest, nur in der Schweiz produzieren zu wollen. «Hier können wir», betont Zavalloni beim Rundgang durch die moderne Produktionsstätte, «die Prozesse optimal führen, wodurch auch konkurrenzfähige Preise möglich sind.»

Perfekte Abstimmung möglich

Weitere Pluspunkte für eine hiesige Herstellung seien «die Qualität und die Zuverlässigkeit und Lieferanten». Und nicht zuletzt «ist die Abstimmung perfekt – und das betrifft Maschinen, Material und Zukaufteile», sagt Zavalloni. Die Planungs- und Umbauarbeiten dauerten gut ein Jahr. Der Kauf von Land und Gebäude sowie die Errichtung der hochgradig automatisierten Produktionsanlage kosteten 8 Mio. Franken. Gegenwärtig sind sieben Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter damit beschäftigt, 12 Millionen Zahnbürsten herzustellen, welche ein erfüllter Jahresplan vorsieht. Doch das Ende der Fahnenstange ist noch lange nicht in Sicht. «Mit zwei Mitarbeitern mehr und einer Produktion in drei Schichten könnten wir 30 Millionen Stück herstellen», hat Zavalloni ausgerechnet. An den Aufträgen nach Ebnat-Kappel soll sich nichts ändern – wohl aber mittelfristig die bereits jetzt schon gute Geschäftsentwicklung. Denn der Besitzer der Curaden AG, Ueli Breitschmid, hat grosse Visionen: «Er will den Umsatz in zehn Jahren verzehnfachen», erklärt Zavalloni, der die Pläne für «ehrgeizig, aber machbar» hält.

Zudem hat man noch eine genügend grosse Landreserve, um bei Bedarf eine weitere Produktionsstätte hochzuziehen. Dass dies nicht nur reine Gedankenspiele sind, bestätigt der Chef: «Geht es nach uns, so werden wir in den nächsten Jahren sicherlich die Produktion in Degersheim erweitern», sagt Zavalloni.