CS verklagt UBS in den USA

Der Wechsel von bisherigen Credit-Suisse-Kundenberatern zur Konkurrentin UBS in der US-Vermögensverwaltung soll ein Nachspiel haben.

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NEW YORK. Die Credit Suisse hat in den USA eine Klage gegen die UBS eingereicht, weil diese Personal von der CS abgeworben haben soll. Dabei geht es um Kundenberater im US-Vermögensverwaltungsgeschäft, das die Credit Suisse an die US-Bank Wells Fargo verkauft hat.

Die Credit Suisse bestätigt gegenüber der Nachrichtenagentur SDA die Klage. Laut eines Berichts des «Wall Street Journal» (WSJ) macht die CS in ihrer Eingabe bei der US-Regulierungsbehörde Finra (Financial Industry Regulatory Authority) geltend, dass die UBS in den vergangenen Monaten «auf unfaire Art» und in beträchtlichem Umfang Personal im US-Private-Banking-Geschäft abgeworben habe. Die Credit Suisse hat dieses Geschäft im Oktober an Wells Fargo verkauft. Gemäss WSJ haben 70 von rund 300 Kundenberatern zur UBS gewechselt, weil die UBS diesen Brokern ein besseres Angebot gemacht habe als Wells Fargo.

Der neue CS-Chef Tidjane Thiam hatte den Verkauf damit begründet, dass die US-Sparte nicht gewinnbringend gearbeitet habe. Die UBS verzichtet vorerst auf eine Stellungnahme zur Klage, wie die Bank auf Anfrage mitteilte.

Individuelle Warnung per Post

Neben der Einreichung einer Klage bei der Finra sollen auch die von der UBS abgeworbenen Kundenberater einen Brief einer Anwaltskanzlei erhalten haben, in dem sie vor möglichen Strafen gewarnt werden, sollten sie Kundendaten von der CS verwenden. In den USA ist es üblich, dass Kundenberater, die das Unternehmen wechseln, gewisse Kundendaten mitnehmen dürfen. Sollte jedoch tatsächlich festgestellt werden, dass die UBS Kundenberater abgeworben hat, könnte die Mitnahme und Verwendung solcher Kundendaten laut WSJ illegal sein.

Berater ist der Ankerpunkt

Üblicherweise muss ein Kläger in solchen Fällen nachweisen, dass ihm durch die Abwerbung ein beträchtlicher finanzieller Verlust entstanden ist. Für eine Bank ist es in den USA besonders schmerzhaft, wenn sie Kundenberater an eine andere Bank verliert.

Denn im Gegensatz zu Europa halten in den USA die meisten Kunden dem Berater die Stange und nicht der Bank. In der europäisch geprägten Vermögensverwaltung dagegen bleibt der Grossteil der Kunden bei der Bank, wenn der Berater den Arbeitgeber wechselt. (sda)

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