Coup von Walter Frey mit Porsche

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Autohandel Die führende Schweizer Autohandelsgruppe Emil Frey steht auch in Europa vor dem Sprung an die Spitze. Das vom 73-jährigen alt SVP-Nationalrat Walter Frey präsidierte Familienunternehmen übernimmt von der seit 2011 zum VW-Konzern gehörenden Porsche Holding mit Sitz in Salzburg (PHS) 275 Mehrmarken-Verkaufstandorte. Diese befinden sich in Frankreich, Belgien, Polen und den Niederlanden. Mit der Akquisition wächst das Händlernetz auf weit über 600 Standorte.

Zurzeit steht die Emil-Frey- Gruppe unter den grössten ­europäischen Autohandelsgesellschaften auf dem dritten Platz – hinter zwei britischen Han­­dels­firmen. In Branchenpublikationen wird Emil Freys Umsatz auf 5 Mrd. Fr. geschätzt. Mit dem Zukauf könnte er sich fast verdoppeln. Zwar kommunizierte die PHS keine exakten Zahlen über das Volumen der verkauften Einheiten. Doch bekannt ist gemäss der deutschen Zeitschrift «Automobilwoche» immerhin, dass die PHS-Tochter PGA, der die verkauften Betriebe angehören, 2015 an 317 Standorten aus dem Verkauf von 132000 Neu- und 125000 Gebrauchtwagen einen Umsatz von 4,7 Mrd. € erzielt hat.

Schon heute dürfte Emil Frey den Hauptteil des Umsatzes im Ausland erwirtschaften. Wichtigster Markt ausserhalb der Schweiz ist vermutlich Deutschland, wo die Schweizer etwa die grosse Schwabengarage in Stuttgart besitzen. Emil Frey ist aber auch in Frankreich, Polen, Tschechien und Ungarn tätig. Das Unternehmen wollte die Transaktion auf Anfrage nicht kommentieren. «Emil Frey ist eine private Firma, wir geben keine Zahlen bekannt», hiess es.

Als Motiv für den Verkauf nennt PHS das Bestreben, die Verkaufsstandorte mit den eigenen Marken strategisch weiterzuentwickeln. Möglicherweise setzt der Konzern aber auch gezielt nicht direkt betriebsnotwendiges Vermögen frei, um sich für allfällige weitere Ansprüche aus dem «Diesel­gate» zu wappnen. (D. Z.)