Corona-Virus: Gibt es bei abgesagten Konzerten und Fussballspielen das Geld zurück?

Die Lage bei den Versicherungen ist uneinheitlich. Wer eine Reiseversicherung hat, könnte sein Kosten aber eventuell rückerstattet bekommen.

Gabriela Jordan
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Konzerte wie dieses von David Guetta im Hallenstadion Zürich dürfen vorerst nicht mehr stattfinden. (Bild: Ennio Leanza/Keystone, 2018)

Konzerte wie dieses von David Guetta im Hallenstadion Zürich dürfen vorerst nicht mehr stattfinden. (Bild: Ennio Leanza/Keystone, 2018)

Konzerte, Messen und Fussballspiele werden wegen des Corona-Virus abgesagt. Was bedeutet das für diejenigen, die sich für die Veranstaltungen samt Anreise bereits Tickets gesichert haben? Eine Umfrage zeigt, dass die Lage bei den Versicherungen uneinheitlich ist – und dass man auf seinen Kosten möglicherweise sitzen bleibt.

Eine Chance hat man als Kunde, wenn man eine Reiseversicherung abgeschlossen hat. Laut Frédéric Papp, Finanzexperte beim Vergleichsportal Comparis, werden abgesagte Veranstaltungen in der Regel durch die Reiseversicherung gedeckt. «Dafür braucht es in den allgemeinen Vertragsbedingungen den Zusatz Epidemie oder Pandemie. Das kommt oft vor.»

Wer diesen Zusatz in seiner Versicherung nicht hat – oder gar keine Reiseversicherung hat – muss allerdings auf die Kulanz des Versicherers oder Veranstalters hoffen. Diese dürfte unterschiedlich ausfallen. Bei Allianz Partner heisst es auf Anfrage etwa: «Generell sind Epidemiefälle in unseren Reiseprodukten nicht enthalten. Auch Ausfälle durch behördliche Anordnungen sind in der Regel nicht gedeckt.»

Helvetia verweist auf die grundsätzliche Verantwortung des Veranstalters. Die Mobiliar schreibt auf Anfrage hingegen, dass sie in ihrer Reiseversicherung Annullationskosten für abgesagte Reisen sowie für Events deckt, die aufgrund des Corona-Virus abgesagt wurden.

Veranstalter müssen Verluste wohl hinnehmen

Betroffene, die zu Hause ein unbrauchbares Ticket haben, sollten ihre Versicherung zumindest kontaktieren oder direkt auf die Veranstalter zugehen. Erfahrungswerte, wie Veranstalter im Fall von Epidemien reagieren, gibt es in der Schweiz angesichts deren Seltenheit praktisch keine. Wer ausserdem eine Reise gebucht hat, die wegen des Virus nicht durchgeführt werden kann, sollte sich an seinen Reiseveranstalter wenden.

Reisebüros sind je nachdem verpflichtet, Alternativen zu finden. Reisen, die aufgrund von behördlichen Reisewarnungen ausfallen, müssen ausserdem rückerstattet werden.

Auch die Veranstalter dürften wegen des Veranstaltungsverbots auf ihren Kosten sitzen bleiben. Selbst wenn sie eine Betriebsausfall-Versicherung abgeschlossen haben sollten, greift diese im Fall von Epidemien nicht. Gerade nach den letzten Virusausbrüchen wie Sars und Ebola haben Versicherer Epidemierisiken vermehrt aus den Standardprodukten entfernt.

Die Epidemie-Versicherungen wurden diese Woche ausserdem vielfach aus dem Angebot gestrichen. Nach der Mobiliar und der Helvetia bietet seit gestern auch die Axa-Versicherung keine Epidemie-Versicherung mehr an. Die Wahrscheinlichkeit eines zu versichernden Schadens sei zu gross. Die bislang lukrative Police ist für die Unternehmen offenkundig zu einem zu grossen Risiko geworden.