TECHNOLOGIE
Corona macht Bühler Beine – der Konzern wird digitaler und arbeitet an der Nachhaltigkeit

Das Virus zwingt zu einem Schub in der Digitalisierung, was wiederum neue Geschäftschancen eröffnet. Zur Präsentation von Innovationen und zur Kontaktpflege nutzt Bühler zum zweiten Mal seine Onlineplattform «Bühler Virtual World».

Thomas Griesser Kym
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Bühler-Technologiechef Ian Roberts (links) und ein Mitarbeiter im hauseigenen Innovationscampus Cubic.

Bühler-Technologiechef Ian Roberts (links) und ein Mitarbeiter im hauseigenen Innovationscampus Cubic.

Bild: Urs Bucher (Uzwil, 22. Mai 2019)

Die Pandemie. Wie so viele Unternehmen hat sie auch Bühler zum Handeln gezwungen. Einerseits sind Messen abgesagt worden, Reisen wurden erschwert, die physische Koope­ration mit Kunden und Partnerfirmen wurde eingeschränkt. Andererseits hat Corona die Digitalisierung gerade auch in der Industrie beschleunigt.

Aus der Not hat der Uzwiler Konzern eine Tugend gemacht. Er hat neue digitale Plattformen entwickelt, bestückt seine Anlagen zur Verarbeitung von Getreide sowie Herstellung von Lebensmitteln und Materialien mit immer mehr Technologie und schliesst seine Kunden digital an den globalen Service an. So lassen sich die Anlagen auch aus der Ferne warten und überwachen, und Bühler kann die Kundenbindung erhöhen.

«Konsumenten begeistern»

Um trotz aller Restriktionen seine Innovationen präsentieren und Kontakte pflegen zu können, hat Bühler im Mai 2020 die Onlineplattform «Bühler Virtual World» ins Leben gerufen und richtet diese vom 22. bis 26. März 2021 zum zweiten Mal und frei zugänglich aus.

Das Unternehmen wird dabei neue Lösungen und Produkte präsentieren und will damit, wie Technologiechef Ian Roberts sagt, «Konsumenten begeistern, die Wettbewerbsfähigkeit erhöhen und nachhaltiger werden». Und damit natürlich auch Geld verdienen.

Ehrgeizige Pläne

Bühler will in den Wertschöpfungsketten seiner Kunden bis 2050 den Energie- und Wasserverbrauch und die Abfallproduktion um je 50 Prozent reduzieren. Das bedingt, wie Konzernchef Stefan Scheiber sagt, dass Bühler und seine Anlagen und Prozesse immer «innovativer, produktiver und effizienter» werden.

Und nachhaltiger. Denn Bühler will auch Food Waste bekämpfen, etwa indem neue Anlagen noch mehr Ertrag und Nährstoffe bei der Verarbeitung von Ernten herausholen können. Oder mit Verpackungsanlagen in Kooperation mit dem Hersteller Premier Tech, die mehr Hygiene und weniger Verluste beim Abpacken bringen sollen. Oder bei der Forschung an pflanzlichen Proteinen als Ersatz für Fleisch. Ian Roberts weiss:

«Die Leute werden nicht aufhören, Fleisch zu essen, und es werden sich immer mehr Leute Fleisch leisten können.»

Deshalb sei es um so wichtiger, den Konsumenten nahrhafte, nachhaltige und schmackhafte Alternativen bieten zu können.

Zahlreiche Kooperationen

Klar ist auch: Bühler kann nicht alles alleine machen. Deshalb kooperiert der Konzern mit Universitäten und Hochschulen, anderen Firmen und Start-ups.

Zu den Partnern gehört beispielsweise auch das Deutsche Institut für Lebensmitteltechnik (DIL), dessen Anwendungszentrum in Kürze eröffnet wird, oder der Aromen- und Riechstoffkonzern Givaudan, mit dem Bühler in Singapur ein gemeinsames Labor einrichtet.

Hoffnung dank der Impfung

Bühler-Konzernchef Stefan Scheiber.

Bühler-Konzernchef Stefan Scheiber.

Bild: Michel Canonica

Geschäftlich äussert Stefan Scheiber Zuversicht:

«Wir sehen Signale einer wirtschaftlichen Erholung.»

China läuft schon wieder hochtourig, und in den USA weckt die zügige Impfkampagne Hoffnung auf eine ökonomische Erholung. Europa indes liege, ausser Grossbritannien, beim Impfen «klar zurück», sagt Stefan Scheiber, doch:

«Ich bin aber ziemlich positiv gestimmt.»

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