«Corona beflügelt unser Geschäft» – Steinacher Variosystems stärkt sich mit der Übernahme der Buchser Engineeringfirma Solve

Die beiden Unternehmen arbeiten seit Jahren erfolgreich zusammen, und nun gehen sie zusammen. Variosystems übernimmt Solve und führt diese als sechsten Standort weiter. Mit ihrer Elektronik für wichtige Medizinaltechnik ist Variosystems auch in der Coronapandemie dick im Geschäft. 

Thomas Griesser Kym
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Produktion elektronischer Baugruppen bei Variosystems.

Produktion elektronischer Baugruppen bei Variosystems.

Bild: PD

Variosystems-Co-Chef Norbert Bachstein ist am Telefon guter Dinge. Soeben hat sein Unternehmen die Übernahme der Buchser Solve GmbH mit 30 Mitarbeitenden bekannt gegeben. Und auf die Frage nach dem Einfluss des Virus sagt er: «Der ist sehr gut. Corona beflügelt unser Geschäft.»

Bachstein erklärt dies damit, dass Variosystems viel Elektronik für Beatmungsgeräte und andere essenzielle Medizinaltechnik herstellt. Beim Wort Beatmungsgeräte denkt man sofort an die Bündner Firma Hamilton Bonaduz, die solche Apparate herstellt und dies momentan auf Hochtouren.

Bachstein bestätigt denn auch: «Variosystems beliefert Hamilton mit Elektronik für ihre Geräte. Wir pflegen eine gute und langjährige Zusammenarbeit mit der Bündner Firma.»

Solve und Variosystems sind miteinander vertraut

Die beiden Variosystems-Geschäftsleiter Peter Germann (links) und Norbert Bachstein.

Die beiden Variosystems-Geschäftsleiter Peter Germann (links) und Norbert Bachstein.

Bild: PD

Nun hat Variosystems per Ende April die Solve GmbH in Buchs übernommen. Die beiden Firmen arbeiten seit über zehn Jahren zusammen, wie Solve-Chef Daniel Gillmann sagt. «Dies schlug sich in gegenseitigen Projekten und neuen Kunden nieder. Wir boten unsere Engineering-Dienstleistungen Variosystems an, und sie waren der Fertigungspartner für unsere Kundenprojekte.»

Bachstein wiederum sagt, es sei Teil der Variosystems-Strategie, das Engineering, also die Entwicklungsdienstleistungen, auszubauen. In Eigenregie benötige das aber geraume Zeit. Auf einen Schlag geht das nun mit der Übernahme der Solve, zumal die Chemie zwischen den beiden Firmen stimmt, wie Bachstein und Gillmann sagen.

Geballte Kraft im Engineering

Kombiniert warten Variosystems und Solve nun mit über 50 Engineering-Mitarbeitenden auf. Das eröffne den Kunden neue Möglichkeiten bei der Umsetzung ihrer Projekte. Laut Bachstein will man künftig früher bei den Innovationsprozessen der Kunden mitwirken. Grosse Chancen böten etwa das Internet der Dinge oder die Digitalisierung von Prozessen.

Die Chefs der Solve GmbH: Patrik Neff (links) und Daniel Gillmann.

Die Chefs der Solve GmbH: Patrik Neff (links) und Daniel Gillmann.

Bild: PD

Der Solve-Standort in Buchs bleibe erhalten und wird als sechster Variosystems-Standort weitergeführt. Die Steinacher Firmengruppe hat über 1600 Mitarbeitende, davon 1000 in Sri Lanka, 230 in China, 180 in den USA, 6 in Kroatien sowie 220 in Steinach und neu 30 in Buchs.

Teil der Beteiligungsgesellschaft Capvis

Das Werk für Montage und Gerätebau in Kroatien ist vor einem Jahr eröffnet worden. «Damit haben wir nun auch einen EU-Standort, und es dient uns als verlängerte Werkbank von Steinach», sagt Bachstein. Für das laufende Jahr peilt er einen Umsatz von über 200 Millionen Franken an. Zum Vergleich: 2017, also vor drei Jahren, waren es 175 Millionen.

Variosystems gehört seit Oktober 2018 mehrheitlich der Beteiligungsgesellschaft Capvis. Die Steinacher Firma ist spezialisiert auf das Engineering und die Fertigung von elektronischen Baugruppen, Kabelbäumen und integrierten Systemlösungen für Kunden in Industrie, Medizin sowie Luft- und Raumfahrt.

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Thomas Griesser Kym