Coop bringt Insektenburger in die Regale

Drucken
Teilen

Lebensmittel Mehr als drei Monate nach der Legalisierung des Insektenverkaufs kommen Ende August die ersten Burger und Hackbällchen aus Mehlwürmern zum Verkauf. Ursprünglich sollten die Insektenprodukte bereits früher erhältlich sein, es kam jedoch zu Importproblemen. Ab dem 21. August werden die beiden Produkte auf Insektenbasis in insgesamt sieben Coop-Supermärkten in grossen Schweizer Städten sowie beim Hauslieferdienst Coop@home erhältlich sein, wie der Detailhändler mitteilt. Bis Ende Jahr soll das Angebot dann auf weitere Verkaufsstellen ausgeweitet werden.

Seit dem 1. Mai erlaubt das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) in der Schweiz den Verzehr und Verkauf von Grillen, Wanderheuschrecken und Mehlwürmern. Verschiedene Detailhändler brachten sich in Stellung. Doch dann kam es zu einer Verzögerung. Das Start-up-Unternehmen Essento, welches für den Schweizer Detailhandelsriesen Insektenprodukte fertig verarbeitet, hatte Probleme mit der Einfuhr der Insekten.

Inländische Produktion ist noch nicht bereit

Um Insekten in die Schweiz einführen zu können, müssen laut dem BLV zwei Bedingungen erfüllt sein: Die Insekten müssen aus einem Betrieb stammen, der von der Lebensmittelbehörde im Exportland kontrolliert wurde. Und die importierten Insekten müssen die lebensmittelrechtlichen Anforderungen der Schweizer Gesetzgebung erfüllen. Die dafür notwendigen Bestätigungen der Behörden standen jedoch zunächst noch aus. Also mussten Gourmets oder Experimentierfreudige bisher auf Produkte aus den proteinreichen Tierchen verzichten, auch weil die Insekten von inländischen Produzenten noch nicht verkaufsbereit sind. Inzwischen wurden zwei entsprechende Einfuhrbewilligungen erteilt. Auf Gesetzesebene ist die getroffene Regelung der Schweiz EU-weit einzigartig. (sda)