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Clariant bleibt eigenständig – der saudische Grossaktionär hält sich zurück

Nach einer turbulenten Woche äussert sich der saudische Grossaktionär. Gleichzeitig wird bekannt, dass ein Clariant-Manager für eine halbe Million Franken Aktien gekauft hat.
Andreas Möckli
Letzte Woche gab Clariant bekannt, dass die Gespräche zur Gründung einer Gemeinschaftsfirma mit dem saudischen Chemiekonzern Sabic vorübergehend ausgesetzt wurden. (Bild: Georgios Kefalas/Keystone)

Letzte Woche gab Clariant bekannt, dass die Gespräche zur Gründung einer Gemeinschaftsfirma mit dem saudischen Chemiekonzern Sabic vorübergehend ausgesetzt wurden. (Bild: Georgios Kefalas/Keystone)

Nach einer verworrenen Woche kann die Spitze des Chemiekonzerns Clariant ein wenig aufatmen. Am Sonntag meldete sich der Chef des Grossaktionärs Sabic zu Wort. Der saudische Chemiehersteller habe kein Interesse daran, die Mehrheit an Clariant zu übernehmen. Dies sagte Sabic-Chef Yousef Abdullah Al Benyan am Wochenende, wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet. «Wir haben aber ein Interesse daran, unseren Anteil zu erhöhen», sagte Al Benyan. Derzeit besitzt Sabic einen Anteil von 25 Prozent am Baselbieter Chemiekonzern.

Der Sabic-Chef Yousef Abdullah Al-Benyan will nichts von einer kompletten Übernahme von Clariant wissen (Bild: Qilai Shen/Bloomberg)

Der Sabic-Chef Yousef Abdullah Al-Benyan will nichts von einer kompletten Übernahme von Clariant wissen (Bild: Qilai Shen/Bloomberg)

Laut Gesetz muss ein Aktionär, der den Anteil von 33,3 Prozent überschreitet, den übrigen Aktionären ein Übernahmeangebot unterbreiten. Diese Schwelle kann eine Firma auf 49 Prozent anheben, dies muss jedoch in den Statuten festgehalten werden. Bei Clariant ist dies derzeit nicht der Fall. Will Sabic also wie angekündigt eine Komplettübernahme umgehen, so dürfen die Saudis nicht über die Schwelle von 33,3 Prozent gehen. Ansonsten müsste Clariant die Statuten mittels Beschluss der Generalversammlung ändern.

Letzte Woche hatte Clariant bekannt gegeben, dass die Gespräche zur Gründung einer Gemeinschaftsfirma mit Sabic vorübergehend ausgesetzt worden sind. Aussagen von Clariant-Chef Hariolf Kottmann deuten jedoch darauf hin, dass die Verhandlungen zwischen den beiden Firmen nicht allzu rasch wieder aufgenommen werden. Clariant und Sabic würden nun eine Pause einlegen, sagte der Deutsche vergangene Woche dieser Zeitung. «Ohnehin werden wir nun nicht mehr das ganz grosse Rad drehen.»

Brisanter Aktienkauf im Wert von einer halben Million Franken

Clariant ist zudem auf der Suche nach einem neuen Chef. Denn ebenfalls letzte Woche wurde der überraschende Rücktritt von Ernesto Occhiello bekannt. Der Italiener hatte erst vergangenen Oktober den Chefposten übernommen – als Wunschkandidat der Saudis. Clariant hat nun einen Nominierungsausschuss einberufen. Dieser besteht aus Kottmann und Eveline Saupper, die aufgrund Kottmanns temporärer Doppelrolle als Chef und Präsident, zur unabhängigen, leitenden Verwaltungsrätin ernannt wurde. Neben Saupper und Kottmann sind zwei Verwaltungsräte im Ausschuss, die Sabic vertreten.

Die Saudis haben laut Kottmann ein Vorschlagsrecht, entscheiden wird aber der Verwaltungsrat als Ganzes. Dieser besteht aus zwölf Mitgliedern, wobei Sabic vier Vertreter stellt.

Interessant im Zusammenhang mit den jüngsten Entwicklungen: Ein Mitglied der Geschäftsleitung oder ein exekutives Verwaltungsratsmitglied hat laut Pflichtmeldung an die Schweizer Börse am Donnerstag über 31'000 Aktien im Wert von 555'000 Franken gekauft. So tief wie am Donnerstag war der Aktienkurs seit Anfang Jahr nicht mehr. Neben Kottmann kommen nur Finanzchef Patrick Jany oder Konzernleitungsmitglied Hans Bohnen als Käufer infrage.

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