BUSINESS LUNCH

«Menschen sensibilisieren» Hubert Looser wurde in Vilters geboren. Seine Eltern hatten die bekannte Elco-Gruppe für Heizsysteme aufgebaut. Doch ihr Sohn hatte weitreichende Pläne. Er suchte eine Diversifikation und baute gleichzeitig die Rentsch-Büro-Gruppe auf.

Drucken
Teilen

«Menschen sensibilisieren»

Hubert Looser wurde in Vilters geboren. Seine Eltern hatten die bekannte Elco-Gruppe für Heizsysteme aufgebaut. Doch ihr Sohn hatte weitreichende Pläne. Er suchte eine Diversifikation und baute gleichzeitig die Rentsch-Büro-Gruppe auf. Dann richtete er sein Augenmerk auf die Kunst.

Sie haben sich der Kunst zugewandt und werden Ende April Ihre Sammlung erstmals in Wien präsentieren. Schon im Vorfeld ist der Wirbel gross.

Nach dem Verkauf meiner Anteile der Elco Looser Holding und der Walter Rentsch-Gruppe, fragte ich mich: Willst Du so weitermachen? Willst Du noch mehr arbeiten, noch mehr darauf angewiesen sein, was die Presse über jeden Deiner Schritte schreibt und dass jede kleine Bewegung Deines Wirkens den Kurs der Aktien beeinflusst? Ich habe einfach Nein dazu gesagt, wenn ich mich morgens im Spiegel betrachtete.

Jetzt müssten Sie eigentlich froh sein, das alles hinter sich zu haben. Irgendwie wirken Sie doch nicht ganz entspannt.

Dem ist nicht so. Ich mache jetzt einfach einen Schritt in die Öffentlichkeit, den ich vorher scheute. Ich wollte eine Sammlung aufbauen, die zukunftweisend sein wird – etwa Schweizer Künstler wie Brigoni, Bodmer, Klotz, Schaffner, Seeligmann, Tinguely, Thomkins, Weber oder Giacometti, später Europäer wie Penone, Fontana, Kiefer und dann Amerikaner wie Serra, de Kooning, Cy Twombly, Chamberlain, Judd, Smith oder Ryman; sie alle haben mich in ihren Bann gezogen.

Warum wollen Sie diese Kunst gerade jetzt der Öffentlichkeit präsentieren?

Als ich die Fondation Looser gründete und mich der Kunst zuwandte, haben mich solche Gedanken nicht umgetrieben. Das ist heute noch so. Aber wer mein Haus und das Areal – nehmen wir nur schon die Skulptur Totem von Roy Lichtenstein am Eingang – betritt, wird mich verstehen. Ich möchte mit meiner Sammlung Menschen dafür sensibilisieren, was Kunst bewirken kann – es sind gute Werte, nicht zerstörerische, wie wir sie derzeit erleben. Darum gebe ich jetzt meine liebsten Exponate in Wien erstmals zur Besichtigung frei. Aber ich möchte noch weiter gehen.

In der Schweiz?

Auf diese Frage kann ich heute noch nicht eingehen.

Sie haben auch einen ansehnlichen Teil Ihres Vermögens gespendet.

Ich habe mittlerweile 40 Hilfswerke unterstützt oder mitbegründet. Perspektivlosigkeit beschäftigt mich. Kunst, Reichtum und Überfluss auch. Das hat mein Verantwortungsgefühl geschärft und bestärkt mich darin, so zu handeln, wie ich es jetzt darzulegen versuchte. (MéR)