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In der Bahn auf Gedankenreise Heute findet in Weinfelden das Thurgauer Wirtschaftsforum statt. Dort referiert auch Jeannine Pilloud, die Chefin des Personenverkehrs bei der SBB.

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Jeannine Pilloud Leiterin SBB Personenverkehr (Bild: Quelle)

Jeannine Pilloud Leiterin SBB Personenverkehr (Bild: Quelle)

In der Bahn auf Gedankenreise

Heute findet in Weinfelden das Thurgauer Wirtschaftsforum statt. Dort referiert auch Jeannine Pilloud, die Chefin des Personenverkehrs bei der SBB.

Frau Pilloud, wie reisen Sie zum Thurgauer Wirtschaftsforum?

Ich werde selbstverständlich mit dem Zug anreisen. Ich kann auf der Fahrt von Zürich ins Thurgau noch ein paar Mails oder die Online-Ausgabe der Tageszeitungen lesen.

Ärgert es Sie, wenn wie im Thurgau neue Strassen gebaut werden sollen, die umstritten sind?

Ich äussere mich nicht zur regionalen Verkehrspolitik. Tatsache ist, dass die Mobilität nach wie vor zunimmt und wir in der Schweiz in die Infrastruktur des öffentlichen und – wo es Sinn macht – auch des privaten Verkehrs investieren müssen.

Na, ja eigentlich sind neue Schnellstrassen doch eine Konkurrenz für die SBB, oder nicht?

Natürlich bevorzuge ich als Vertreterin des öV Investitionen in den öffentlichen Verkehr. Es geht aber nicht um Strasse gegen Schiene, sondern um ein ökologisch und ökonomisch sinnvolles Miteinander. Ein Stichwort dazu ist kombinierte Mobilität, das heisst, das kombinierte Angebot von Bahn und Auto (zum Beispiel Mobility) oder mit Publi-Bikes sollte gezielt ausgebaut werden.

Ist die Politik mit ihren langen Entscheidungswegen ein Hemmschuh für eine bessere Wirtschaftlichkeit der SBB?

Die Politik ist Teil der Realität SBB. Dessen muss man sich bewusst sein, wenn man eine Führungsrolle bei den SBB antritt. Natürlich hätte ich persönlich manchmal schnellere Entscheide, aber die SBB als wichtiger Leistungsträger des öffentlichen Verkehrs haben ein grosses Interesse, dass grundlegende Entscheide breit abgestützt und von der Bevölkerung akzeptiert werden. Schliesslich gehören die SBB uns allen und sind nicht dem Shareholder Value verpflichtet. Aber es ist ganz klar: Auch die Politik hat ein Interesse, dass die SBB unternehmerisch erfolgreich geführt werden.

Was war Ihre schönste Bahnfahrt?

Die schönste Bahnfahrt habe ich in täglicher Wiederholung! Es ist dann, wenn beim Bahnhof Tiefenbrunnen der Zürichsee auftaucht und es nur noch drei Minuten bis Zollikon, meinem Heimbahnhof, dauert.

Und welche Strecke wollten Sie schon immer mal fahren?

Es gibt viele Strecken, die ich gerne noch fahren würde. Generell fahre ich auf all meinen Reisen gerne Bahn, es ist so entspannend, die Landschaften, Städte und Dörfer zu entdecken und zusätzlich auf Gedankenreise zu gehen. (bor)