BUSINESS LUNCH

«Es dauert immer länger als geplant» Am ersten «Investors Forum St. Gallen» bereitete er die vier Jungunternehmer auf ihre Präsentationen vor den Investoren vor: Jean-Pierre Vuilleumier ist Managing Director von CTI Invest.

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Jean-Pierre Vuilleumier Managing Director, CTI Invest (Bild: Quelle)

Jean-Pierre Vuilleumier Managing Director, CTI Invest (Bild: Quelle)

«Es dauert immer länger als geplant»

Am ersten «Investors Forum St. Gallen» bereitete er die vier Jungunternehmer auf ihre Präsentationen vor den Investoren vor: Jean-Pierre Vuilleumier ist Managing Director von CTI Invest. Die Plattform vernetzt Investoren mit Start-ups und arbeitet mit dem KTI zusammen.

Herr Vuilleumier, was sind typische Fehleinschätzungen von Jungunternehmern, wenn es um die Finanzierung geht?

Sie unterschätzen Zeit und Geld: Jedes Start-up denkt, ihm passiere das nicht, aber es dauert immer länger und es kostet immer mehr als geplant. Gute Investoren sind darauf aber vorbereitet.

Was macht denn einen guten Investor für Start-ups aus?

Start-ups wären gute Investitionsmöglichkeiten, aber man muss wissen, dass man alles verlieren kann. Ein guter Investor kann einem Start-up auch in schwierigen Phasen helfen. Ein richtiger «Business Angel» hat dazu das nötige Geld.

Sie investieren selber immer wieder in High-Tech-Start-ups.

Um ein wahrer Business Angel zu sein, habe ich zu wenig Geld. Aber ich tue es immer wieder gern.

Warum?

Diese Menschen faszinieren mich, was sie auf sich nehmen: Sie verzichten auf Ferien, auf einen guten Lohn und setzen oft auch ihre Beziehungen aufs Spiel. Sie leben auf der Achterbahn. Das bekomme ich mit. Wichtig ist auch immer die Chemie zwischen Investor und Unternehmern.

Wie kommt man als Start-up überhaupt zu solchen Investoren?

Erfolgreiche Firmen sind gut vernetzt. Manche machen das intuitiv, andere sehr bewusst. Plattformen wie Startfeld oder für High-Tech-Firmen die KTI sind wichtig. Es gibt auch die, die kaum aus dem Labor rausgehen…

Naheliegend wäre, Familie oder Freunde anzuzapfen.

Davon rate ich ab, da kann viel schiefgehen. Die Leute, die einem da Geld geben, können sich einen Totalverlust kaum leisten. Für Firmen, die ganz am Anfang stehen, gibt es in der Schweiz genug Fördermöglichkeiten. Wo es hapert, ist später, bei der ersten bis zur fünften Million. In Nachbarländern gibt es da staatliche Mittel.

High-Tech-Start-ups gibt es in der Schweiz vor allem im Umfeld der ETH. Kann eine Fachhochschule wie dei NTB mithalten?

Es werden in Zukunft mehr Start-ups aus Fachhochschulen kommen. In der Vergangenheit war es dort meist so: Man macht eine Diplomarbeit für eine Firma und arbeitet nachher dort. Dass die Studenten ihre Ideen auch selber umsetzen könnten, ging etwas vergessen. Aber das ändert sich langsam. (ken)