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«Ich arbeite im Lustmodus» In Davos hat Ernst «Aschi» Wyrsch als Hotelier am WEF die Mächtigen der Welt beherbergt. Am 27. September spricht er am Wirtschaftsforum Thurgau über seine Erfahrungen.

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Ernst «Aschi» Wyrsch Hotelier und Dozent an der Business School St. Gallen (Bild: Quelle)

Ernst «Aschi» Wyrsch Hotelier und Dozent an der Business School St. Gallen (Bild: Quelle)

«Ich arbeite im Lustmodus»

In Davos hat Ernst «Aschi» Wyrsch als Hotelier am WEF die Mächtigen der Welt beherbergt. Am 27. September spricht er am Wirtschaftsforum Thurgau über seine Erfahrungen.

Herr Wyrsch, wie kommt es eigentlich zum Namen «Aschi»?

Dieser Zusatzname ist hängengeblieben aus meinem Arbeitszeiteinsatz in Gstaad. Ernst tönt vielleicht zu ernsthaft, und darum habe ich mich wahrscheinlich nicht gewehrt gegen die Namensanpassung.

Vor zwei Jahren habe Sie Ihren Abschied als Hotelier in Davos gegeben, Trauern Sie der Zeit nach?

Nein, weil ich ein Mensch bin der selten zurückblickt, sondern einen klaren Blick nach vorne pflegt. Ich wollte ja etwas Neues ausprobieren, obwohl mir das Alte immer gefallen hat.

Und der Kontakt mit den Mächtigen der Welt fehlt Ihnen nicht? Immerhin haben Sie Bill Clinton schon mal in Ihrer Privatwohnung am WEF einquartiert?

Ich darf auch heute noch mit einflussreichen Menschen im Kontakt sein, was mir viel bedeutet und für mich eine grosse Inspirationsquelle ist. Aber auch den Kontakt mit nicht «Mächtigen» pflege ich intensiv und geniesse die Möglichkeit, die Vielfältigkeit der Menschen zu studieren und an ihrem Leben teilzunehmen.

Sie unterrichten in St. Gallen an der Business School. Welcher Satz im Business sollte nie vergessen werden?

Der wichtigste Satz heisst: Wie kann ich mit weniger Aufwand mehr erreichen?

Sie haben ja bewusst mit 50 einen Schnitt gemacht. Sehen Ihre Frau, Ihre Familie Sie jetzt öfters weniger gestresst?

Ich war auch am WEF in Davos nie im Stress. Folgerichtig bin ich auch jetzt praktisch nie im Stress. Ich lebe sehr in der Balance, gönne mir meine «ICH-ZEITEN» sehr bewusst. Vorher sahen meine Kinder und meine Frau mich täglich, jetzt bin ich meistens von Montag bis Freitag unterwegs. Das ist schon ein Unterschied zu früher. Ich habe früher im Lustmodus gearbeitet und tue dies genauso heute.

Machen Sie selbst Hotelferien?

Ja gerne, aber dieses Jahr habe ich zu Hause in Davos Ferien gemacht, weil in meinem neuen Berufsleben meine Abwesenheit von Davos so gross war. Eine ganz neue tolle Erfahrung!

In welchem Hotel auf der Welt wollen Sie auf jeden Fall mal noch übernachten?

«Waldorf Astoria» in New York. Weil ich an dieses Hotel spezielle Erinnerung habe. (bor)