Interview

Business Lunch: "Die Ostschweiz ist bei Anlegern gefragt"

Die St.Galler Kantonalbank lanciert einen «Fonds für Ostschweizer Aktien». Warum gerade jetzt? Und wieso zählt die Bank Zürich und Schaffhausen zur Ostschweiz? Caroline Hilb Paraskevopoulos, Leiterin Anlagestrategie und Analyse bei der SGKB, nimmt Stellung.

Thomas Griesser Kym 
Hören
Drucken
Teilen

Warum kommt die St.Galler Kantonalbank gerade jetzt mit einem Fonds mit Ostschweizer Aktien?

In jüngerer Zeit hat es einige Börsengänge in der Ostschweiz gegeben, wie SFS, Stadler oder VAT. Das hat die Ostschweiz als Anlegerregion attraktiver gemacht, und wir spüren seitens der Kunden ein vitales Interesse an Ostschweizer Aktien.

Genau darum haben schon viele Ostschweizer Anleger Ostschweizer Titel in ihrer Portefeuille. Wie wollen Sie die für den Fonds gewinnen?

Caroline Hilb Paraskevopoulos, Leiterin Anlagestrategie und Analyse, St. Galler Kantonalbank.

Caroline Hilb Paraskevopoulos, Leiterin Anlagestrategie und Analyse, St. Galler Kantonalbank. 

Bild: PD

Wer viele Titel hat, den können wir nicht abholen. Aber die meisten Anleger haben eher einen oder zwei Titel. Mit unserem Fonds bieten wir Diversifikation und eine ausgewogene Gewichtung der einzelnen Titel. Schweizer Aktienfonds werden dagegen oft von den drei Schwergewichten Nestlé, Novartis und Roche dominiert.

Trotz Diversifikation der Titel: Die Branchen Industrie und Finanzen machen über 50 Prozent des Fonds aus.

Ja, aber gerade die Entwicklung der Industrie folgt dem Konjunkturzyklus und ist eher nachvollziehbar als die Pharmabranche mit ihren beispielsweise komplizierten Patentabläufen.

Der Fonds umfasst auch Titel von Firmen mit Sitz in den Kantonen Zürich und Schaffhausen. Ein Eingeständnis, dass die Kern-Ostschweiz zu wenig hergibt?

Eine Beschränkung auf die Kern-Ostschweiz mit St.Gallen, dem Thurgau und dem Appenzellerland hätte zu wenig Diversifikation ergeben, und wir hätten schon mit einem relativ kleinen Fondsvolumen den Markt bewegen können.

Welches Fondsvolumen strebt die St.Galler KB an?

Mittelfristig 50 Millionen Franken. (T.G.)