Bunt ist nicht vielfältig

Smartphones

Thorsten Fischer
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Die meisten Konsumenten werden die Meldung mit einem Schulterzucken zur Kenntnis nehmen – schlicht, weil sie kein solches Handy benutzen: Der Support für das mobile Betriebssystem Windows Phone 8.1 ist eingestellt worden. Microsoft liefert dazu keine weiteren Updates mehr. Je nach Studie bringt es Microsoft im Mobilsegment auf einen Marktanteil im einstelligen Prozentbereich, während die Konkurrenten Google und Apple die Verkäufe deutlich zweistellig dominieren – und das, obwohl Microsoft mit Windows 10 Mobile eigentlich einen Nachfolger am Start hat.

Natürlich sind die beiden vorherrschenden Betriebssysteme mit dem grünen Google-Männchen und dem Apfel-Logo rundherum alltagstauglich. Etwas, das die Fachleute aber grundsätzlich auch dem mobilen Windows-System attestieren. Gerade die Hoffnung der Europäer war im Jahr 2013 gross, dass aus der anfänglichen Allianz zwischen Microsoft und der finnischen Nokia eine dritte Kraft am Smartphone-Markt entstehen würde. Doch die Lage ist bis heute vertrackt: Wenn ein System kaum verbreitet ist, werden dafür auch weniger Apps entwickelt – was selbstredend die Verkäufe drückt.

Wettbewerb unter zwei Konzernen ist auch nicht schlecht, mag man sich beruhigen. Doch mit Blick auf den vom Internet geprägten Alltag braucht es mehr. Neben den bunten Oberflächen der Geräte zählt eine hohe technologische Vielfalt unter der Haube. Sonst wird auf lange Sicht die Abhängigkeit in einer immer stärker vernetzten Welt zu gross. Die Herausforderung wird sein, gemeinsame Standards zu schaffen, damit die Technologien im Zusammenspiel sicher und reibungslos funktionieren. Und zugleich so viele Schnittstellen offen zu lassen, dass vielfältige Innovation von allen Seiten weiterhin möglich ist.

Thorsten Fischer