Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Bühler bricht auf zu neuen Ufern

Nach einem starken Geschäftsjahr 2011 und mit dicken Auftragsbüchern im Gepäck will der global tätige Ostschweizer Technologiekonzern die Welt mit 100 neuen Servicestützpunkten überziehen. In Uzwil investiert Bühler schrittweise.
Thomas Griesser Kym

UZWIL. Trotz vieler Widrigkeiten hat der Technologiekonzern Bühler ein gutes Jahr absolviert. Nicht nur stiegen, wie bekannt, Umsatz und Auftragseingang, auch die Ergebnisse konnte man weiter erhöhen. Zudem schaffte es Bühler, die operative Marge, die 2010 mit 10,6% des Umsatzes erstmals die 10%-Marke gemeistert hatte, mit 10,2% über diesem Wert zu halten.

Die Resultate kamen zustande trotz des starken Frankens, der die Verkäufe bei der Umrechnung von Lokalwährungen in Franken um 200 Mio. Fr. schmälerte und die Kosten am Standort Schweiz, wo Bühler ein Drittel der Wertschöpfung erbringt, um 10% steigerte. Dazu kamen die Unruhen in Nahost, wodurch einige Kunden bereits verschiffte Maschinen nicht mehr abnahmen, der Tsunami in Japan, der Anlagen wegspülte, und das Finanzergebnis, das von 10 Mio. Fr. auf –9 Mio. Fr. drehte.

Wie an der Bilanzpressekonferenz Konzernchef Calvin Grieder sagte, profitiert Bühler einmal davon, dass «Ernährung immer ein Thema ist». Das stützt die Nachfrage nach Bühlers Mühlen für die Getreideverarbeitung und Anlagen für die Nahrungsmittelverarbeitung wie Schoggi oder Pasta. Die Anlagen für Spezialmaterialien wiederum wurden getragen vom Aufschwung der Autoindustrie. Das liess allein im Segment Druckguss den Umsatz um die Hälfte auf 200 Mio. Fr. steigen.

Prall gefüllte «Kriegskasse»

Um die Konkurrenz technologisch auf Distanz zu halten, hält der Konzern die Ausgaben für Forschung & Entwicklung auf über 4% des Umsatzes. Zur Abfederung der Folgen der Frankenstärke hat Bühler in der Schweiz die Arbeitszeit erhöht (siehe «Befragt»), kauft mittlerweile 75% des Materials im Euroraum ein und baut seine Präsenz vor allem in Schwellenländern aus. So weiht Grieder nächste Woche in Brasilien ein Werk mit 100 Mitarbeitenden ein, in China errichtet man eine Fabrik für Produkte für den lokalen Markt, und in Tschechien hat Bühler Anfang Jahr von Rieter zwei Werke mit 315 Angestellten erworben. Für allfällige weitere Zukäufe steht dem Bühler-Konzern, der keine Bankschulden hat, eine Nettoliquidität von fast einer halben Milliarde Franken zur Verfügung, wie Finanzchef Andreas R. Herzog sagt.

Investitionen werden etappiert

Grieder sagt auch: «Es gibt keine starke Wirtschaft ohne starke Währung.» Zudem legt er ein Bekenntnis zur Schweiz ab: «Wir glauben an den Standort, wir wollen ihn behalten, stärken und hier investieren.» Allerdings hat Bühler sein Investitionsprogramm über 70 Mio. Fr. für Fabrikation und Logistik am Uzwiler Hauptsitz in seiner vollen Breite gestoppt. Laut Grieder wird das Projekt stattdessen Schritt für Schritt umgesetzt und soll binnen drei bis vier Jahren durchgezogen werden. Aktuell wird die Druckguss-Fabrikation für 10 Mio. Fr. erneuert.

Bühler setzt auf Service

Zudem will Bühler die globale Präsenz kräftigen. In Asien erarbeitet der Konzern mit 30% des Umsatzes bereits gleich viel wie in Europa, wo sich Bühlers Märkte letztes Jahr wieder erholt haben. Potenzial sieht Grieder zudem in Nord- und Südamerika. Um das Netz noch dichter zu weben und noch näher an die Kunden zu rücken, will Grieder weltweit 100 Servicestützpunkte aufbauen, einerseits in neuen Ländern wie Kenia oder Nigeria, andererseits in Ländern, wo Bühler schon präsent ist, aber noch weisse Flecken hat auf der Landkarte. Beispiele dafür sind die US-Westküste oder Urumqi im Nordwesten Chinas. 30 dieser Servicestützpunkte sind laut Grieder bereits aktiv, innert vier Jahren rechnet er mit 1000 neuen Arbeitsplätzen. Der Ausbau soll helfen, das Wachstum des Servicegeschäfts von bisher 15% im Jahr weiter zu beschleunigen.

Für 2012 ist Bühler «vorsichtig optimistisch». Mit dem Auftragsbestand von 1,33 Mrd. Fr. hat man bereits zwei Drittel des diesjährigen Umsatzes in den Büchern.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.