Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

Brexit-Aufschub verlängert Unsicherheit

Börsenspiegel
Alessandro Fezzi, LGT Bank Schweiz

Während ein unmittelbar harter Brexit verhindert wurde, bedeutet dies für die Kapitalmärkte eine länger andauernde Unsicherheit. Für Entlastung sorgen hingegen die Zentralbanken, die den Kapitalmärkten Flexibilität signalisieren. Die Briten sollen bis Ende Oktober Zeit haben, um den Ausstieg aus der EU in geordnetem Rahmen zu vollziehen.

Darauf einigten sich die EU-Staats- und Regierungschefs. Damit hat sich Premierministerin Theresa May aber lediglich Zeit erkauft und muss einmal mehr versuchen, ihren umstrittenen Brexit-Vertrag durchzuboxen. Sollte es vor Ablauf der Frist zu einer Einigung kommen, könnten die Briten früher austreten. Neben den Brexit-Turbulenzen stellt der ungelöste Handelsstreit eine Gefahr für die Weltwirtschaft dar. Dies unterstrich auch der Weltwirtschaftsbericht des Internationalen Währungsfonds (IWF), in dem eine Abschwächung des globalen Wachstums auf 3,3 Prozent im laufenden Jahr prognostiziert wird.

Insbesondere Europas bisherige Konjunkturlokomotive Deutschland wird den Annahmen des IWF zufolge in diesem Jahr «nur» noch ein BIP-Wachstum von 0,8 Prozent ausweisen, verglichen mit 1,5 Prozent 2018. Insgesamt sei die Anfälligkeit der Weltwirtschaft vor allem auch durch die extrem lockere Geldpolitik der Notenbanken deutlich gestiegen, so die in Washington ansässige Organisation.

Normalisierung gerät ins Stocken

Die von den Zentralbanken angestrebte Normalisierung der präzedenzlosen expansiven Geldpolitik ist unterdessen ins Stocken geraten. Die US-Notenbank (Fed) sah sich nach neun Erhöhungen binnen drei Jahren gezwungen, vom eingeschlagenen Pfad abzuweichen und angesichts der unsicheren globalen Konjunkturlage auf weitere Zinsschritte zu verzichten. Auch die Europäische Zentralbank signalisiert, sie sei gewillt, mindestens bis Jahresende an den Tiefzinsen festzuhalten. Damit wäre Mario Draghi, der Ende Oktober nach acht Jahren abtritt, der erste EZB-Präsident, in dessen Amtszeit die Zinsen nie angehoben wurden.

Die flexible Haltung der Notenbanken dürfte den Börsen Sicherheit geben, bestätigt aber auch die latenten Konjunktursorgen. Vor diesem Hintergrund und nach der starken Performance an den Kapitalmärkten im ersten Quartal empfiehlt die LGT vorerst einen defensiveren Ansatz und Risiken zu reduzieren.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.