Konjunkturmotor stottert. Bremsspuren der Weltwirtschaft im Thurgau

Die Thurgauer Industrie bekommt die globale Konjunktur zu spüren. Nach wie vor rund läuft es auf dem Bau.

Stefan Borkert
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Die Auftragsbücher der Bauwirtschaft sind noch voll.  Bild: Benjamin Manser / TAGBLATT

Die Auftragsbücher der Bauwirtschaft sind noch voll. 
Bild: Benjamin Manser / TAGBLATT

Die Zeichen verdichten, sich, dass der konjunkturelle Motor ins Stottern kommt. Gemäss dem aktuellen Thurgauer Wirtschaftsbarometer, das vom Kanton, der Thurgauer Kantonalbank, der IHK und dem Gewerbeverband herausgegeben wird, beurteilten die Thurgauer Industriebetriebe ihre Geschäftslage zurückhaltender als vor ein paar ­Monaten. Anfang Oktober meldeten noch immer mehr Industriebetriebe eine gute (40 Prozent) als eine schlechte (18 Prozent) Lage. Die Industrieproduktion war demnach im dritten Quartal rückläufig, und es gingen weniger Bestellungen ein. Mehr Betriebe als im Sommer meldeten im Oktober zu niedrige Auftragsbestände.

Rückschläge im Export

Bei den Exporten aus dem Thurgau zeigt sich ein durchzogenes Bild. Sie lagen im dritten Quartal zwar um 10 Prozent über dem Vorjahr, gewichtige Exportbranchen mussten aber Rückschläge hinnehmen. Das gilt für Teile des Maschinenbaus oder die Metallindustrie. Für das vierte Quartal erwartet die Industrie kaum eine Belebung des Bestelleingangs und bis Frühjahr 2020 mehrheitlich eine unveränderte Geschäftslage.

In der Bauwirtschaft läuft es rund. Das Hoch hat sich aber abgeschwächt. Dies zeigt sich im Bauhauptgewerbe, wo die Nachfrage im dritten Quartal nachgelassen hat. Demgegenüber haben im Ausbaugewerbe sowohl Bautätigkeit als auch Nachfrage angezogen. Weiter heisst es, dass die Auftragspolster komfortabel sind. Fast 30 Prozent der Betriebe meldeten Anfang Oktober einen hohen Auftragsbestand. Weitere 60 Prozent bezeichneten ihn als normal.

Für die nächsten drei Monate äussern sich die Thurgauer Baubetriebe vorsichtiger als im Sommer. Sie rechnen mit sinkender Bautätigkeit und geringerer Nachfrage. Auch für den Zeithorizont bis zum Frühling 2020 sind sie skeptisch: 30 Prozent der Betriebe gehen von einer Eintrübung ihrer Geschäftslage aus. Nur 6 Prozent erwarten eine Aufhellung.

Der Thurgauer Detailhandel blickt indes auf ein erfreuliches drittes Quartal zurück. Sowohl die Kundenfrequenz als auch der Warenverkauf haben angezogen, so dass sich auch die Ertragslage etwas erholte.