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Bremsspuren der Autokrise: Das die Branche schwächelt, bekommt auch die Ostschweizer Industrie zu spüren

Die Autoproduktion ist weltweit um sieben Prozent geschrumpft. Das wirkt sich auf die Ostschweizer Industrie aus.
Kaspar Enz
In Sevelen produziert Autoneum Komponenten für die Autoindustrie. Bild: Gaëtan Bally/Keystone (12. April 2019)

In Sevelen produziert Autoneum Komponenten für die Autoindustrie. Bild: Gaëtan Bally/Keystone (12. April 2019)

In der Automobilindustrie stockt derzeit der Motor. Das gilt nicht zuletzt für die deutschen Autobauer. Neue Anbieter und der Trend weg vom Verbrennungsmotor stellen sie vor grosse Herausforderungen. Die Krise zieht auch die Schweizer Autozulieferer mit, die rund 34000 Personen beschäftigen.

In der Ostschweiz ist die Branche stark vertreten, auch wenn genaue Zahlen über ihre Grösse fehlen. Die Exporte der Ostschweizer Metallbranche folgen ziemlich genau der Entwicklung der deutschen Autobranche, wie Frank Bodmer, Leiter Volkswirtschaftliche Analyse der IHK St.Gallen-Appenzell, bereits Anfang Jahr in einem Bericht feststellte. Und mit ihr schwächelten auch die Ostschweizer Exporte. Eine Entwicklung, die sich seither fortsetzt. Die Schwäche der deutschen Autoindustrie sei eine Herausforderung auch für die Ostschweiz. Gerade jetzt, wo der Franken wieder stärker werde. Für die Autozulieferer lohne es sich, neue Kunden und Produkte zu finden. Grosse Kunden wie die Autoindustrie seien aber schwer zu ersetzen.

Kein Einbruch wie vor zehn Jahren

Stark von der Autoindustrie abhängig ist beispielsweise die DGS Druckguss Systeme AG in St.Gallen. «Dass die Branche nicht so gut läuft wie letztes Jahr, merken wir schon», sagt Marketingleiter Marcel Thöny. Man müsse wieder jeden Rappen zweimal umdrehen. Laufende Investitionen stellt die DGS aber nicht in Frage – eine neue Produktionshalle ist im Bau. Ein Einbruch, wie es ihn 2009 gab, sei das nicht.

Die DGS suche auch neue Kunden, sagt Thöny. Das sei aber ein längerer Prozess. «Die Kunden prüfen erst, ob wir alle Anforderungen erfüllen.» Das könne ein bis zwei Jahre dauern. «Erst dann können wir an Ausschreibungen teilnehmen.»

Ein klassischer Autozulieferer ist auch Autoneum. Der weltweit tätige Konzern hat den Hauptsitz in Winterthur und sein einziges Schweizer Werk in Sevelen. Die Automobilproduktion gehe nicht nur in Deutschland zurück, weiss Mediensprecherin Anahid Rickmann. Noch deutlicher sei der Einbruch in Grossbritannien und China. «Ausschlaggebend sind das schwache makroökonomische Umfeld, die Handelsstreitigkeiten und die daraus resultierende Verunsicherung.»

Schon früh bei Elektroautos dabei

Dass Autoneum den Umsatz im ersten Halbjahr halten konnte, sei vor allem darauf zurückzuführen, dass die Produktion von Komponenten für einige neue Fahrzeugmodelle eben angelaufen sei. Der Markt werde sich aber in der näheren Zukunft nicht bessern, sagt Rickmann. Autoneum habe aber Vorteile: Eine starke Marktposition, Technologieführerschaft und eine Kundenbasis, zu der fast alle Autohersteller gehören. Autoneum habe schon lange auch für Elektroautos gebaut.

Für den Rheintaler Konzern SFS ist die Automobilbranche ein wichtiges Kundensegment. Auch SFS spüre eine schwächere Nachfrage aus der Automobilindustrie, sagt SFS-Sprecherin Patricia Germann. Die Schwäche sei vor allem in Asien zu beobachten, betreffe aber auch die Schweizer Werke. Dank des Gewinns attraktiver Neuprojekte habe SFS seine Wettbewerbsposition aber halten können, so Germann. Diese Neuprojekte hätten Zukunft. «Sie stehen auch im Zusammenhang mit der Elektrifizierung des Fahrzeugs hin zum autonomen Fahren.»

Rund 40 Prozent ihres Umsatzes erwirtschaftet auch die Rheintaler Jansen AG mit der Automobilindustrie. Die Abschwächung sei aber weniger bei den Mengen spürbar. Die Nachfrage nach ihren Präzisionsstahlrohren für Leichtbauweise steige seit Jahren. Die Kunden planten aber kurzfristiger, sagt Geschäftsleiter Christoph Jansen. Für gefährlicher als die Krise der Autoindustrie hält er die eskalierenden Handelskriege.

Der Franken ist ein Problem

Zum Problem könne aber der wiedererstarkte Franken werden. Weltweit tätige Konzerne wie Autoneum und SFS betrifft er nur bedingt. Für die Schweizer Exportwirtschaft sei dies aber ein ernstes Problem, sagt Christoph Jansen. Zwar habe sein Unternehmen in den letzten Jahren viel getan, um Strukturen zu optimieren und effizienter zu werden. «Dies ist aber nur Schadensbegrenzung. Ein Kurs in der Nähe der Parität ist auf der Kostenseite nicht vollständig kompensierbar», sagt Jansen. Für Produkte mit geringen Margen werde es auf Dauer sicher schwierig.

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