IT-Supporter suchen alle: Der Boom bei Informatikstellen hält an

IT-Arbeitsplätze sind mit am schwierigsten zu besetzen. Auch in der Ostschweiz ist dieser Trend spürbar.

Stefan Borkert
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IT-Spezialisten sind schwer zu rekrutieren. Das gilt für viele Berufszweige der Branche.

IT-Spezialisten sind schwer zu rekrutieren. Das gilt für viele Berufszweige der Branche.

Bild: Getty

Manpower ist rund um den Erdball in der Vermittlung von Arbeitsstellen tätig, auch in der Schweiz. Jährlich befragt das US-Unternehmen fast 50'000 Personalchefs weltweit. Seit einigen Jahren ergibt sich, dass zu den zehn am schwierigsten zu besetzenden Stellen stets IT-Jobs gehören. Ein Umstand, den auch das Seco in einer Studie vor fünf Jahren für die Schweiz bestätigte. Der Trend ist unterdessen ungebrochen und zeigt sich aktuell auch in der Ostschweiz. Die Jobbörse des St.Galler Vereins «IT rockt» weist derzeit immerhin 104 offene Stellen aus.

Gemäss dem Swiss Job Index des Londoner Personal­beratungsunternehmens Page Group ist die Zahl der ausgeschriebenen Stellen von November bis Dezember mit 2,4 Prozent in der IT-Branche am stärksten gewachsen. Das Jahreswachstum beträgt gemäss Micheal Page Schweiz von Dezember 2018 bis Dezember 2019 ganze 16 Prozent. Demnach war die Nachfrage nach Softwarespezialisten und Softwaretestern, SAP-Spezialisten sowie Fachleuten im Bereich IT-Support und -Administration besonders gross. Vor Weihnachten sind Stelleninserate turnusgemäss rückläufig, auch in der IT-Branche. Schweizweit ging die Zahl der ausgeschriebenen Stellen von November bis Dezember entsprechend um 3,3 Prozent zurück. Im Jahresvergleich sieht das anders aus. Hier ist in der Schweiz eine Zunahme um 8,4 Prozent zu verzeichnen.

Weniger Rekrutierungen in der Vorweihnachtszeit

Die Deutschschweiz hat weitaus am meisten Stellenausschreibungen im Inland. Auf sie entfallen neun von zehn Stellen. Auch hier gab es einen Rückgang von November bis Dezember von 3,2 Prozent. Das Jahreswachstum hingegen beträgt 8,5 Prozent. In der Romandie wurde ein Monatsrückgang von 4,3 ermittelt und ein Wachstum aufs Jahr gesehen um 7,4 Prozent. Page begründet, dass das rückläufige Monatswachstum dem saisonalen Trend der Unternehmen entspreche, die Rekrutierungsaktivitäten in der Vorweihnachtszeit zu minimieren.

Neben den Informatikern sind auch Wissenschafter, insbesondere Chemiker, Forscher und Laborspezialisten gesucht. Gemäss Page war auch hier die Zunahme der ausgeschriebenen Stellen recht hoch. Nicolai Mikkelsen, Mitglied der Geschäftsleitung von Michael Page Schweiz, rechnet auch für das kommende Jahr mit keiner entgegengesetzten Bewegung auf dem Stellenmarkt. Dazu gebe es in vielen Bereichen ein zu starkes Wachstum.

Zunahmen in allen Regionen

Alle Regionen der Schweiz wiesen, gemäss der Erhebung von Page, ein positives Jahreswachstum aus, wobei der Kanton Zürich mit 13,5 Prozent den Spitzenreiter bildet. In der Ostschweiz sind es 7,5 Prozent.

Die Rekrutierungsprobleme der IT-Branche sind auch ein Beispiel für den viel zitierten Fachkräftemangel. So hat die Adecco-Gruppe Schweiz in Zusammenarbeit mit dem Soziologischen Institut der Universität Zürich festgestellt, dass sich der Fachkräftemangel zum Beispiel in den Ostschweizer Kantonen St.Gallen, Thurgau, beiden Appenzell, Glarus und Graubünden in den vergangenen drei Jahren zugespitzt hat. Laut Adecco ist in der Ostschweiz der Fachkräftemangel-Index seit 2016 um 49 Prozent gestiegen.

Dass es die Ostschweiz besonders trifft, hat mit der boomenden Wirtschaft zu tun. Annalisa Job, Leiterin Kommunikation der Adecco-Gruppe Schweiz, sagte Anfang Monat gegenüber dieser Zeitung, dass besonders die exportorientierte Industrie immer noch viele Fachkräfte suche.