Bonny Stiftung
100'000 Franken für Kaspar Villiger – der frühere Bundesrat wird gleich dreifach gelobt

Der alt Bundesrat Kaspar Villiger wird mit dem Bonny Preis der Freiheit 2021 geehrt. Nach Meinung des Vizepräsidenten Beat Brechbühl ziehe Villiger konkrete und nachhaltige Lösungsansätze kühnen Visionen vor.

Florence Vuichard
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Kaspar Villiger hatte viele Rollen inne: Er war Unternehmer, Militär- und später Finanzminister, UBS-Verwaltungsratspräsident, Buchautor - und zuletzt bei der Besetzung des FDP-Präsidiums eine Art Königsmacher.

Und nun ist er auch Träger des mit 100'000 Franken dotierten Freiheitspreises 2021 der Bonny Stiftung - benannt nach ihrem Gründer, dem ehemaligen Direktors des Bundesamtes für Industrie, Gewerbe und Arbeit (Biga) und FDP-Nationalrat Jean-Pierre Bonny.

Die Preisverleihung fand am Donnerstagabend im Kursaal Bern statt in Anwesenheit von knapp 500 Gästen aus Politik, Wirtschaft und Kultur, die alle ausgerüstet mit einem gültigen Covid-Zertifikat anreisten.

Dreifaches Lob

Folgt man den Ausführungen von Beat Brechbühl, Managing Partner der Anwaltskanzlei Kellerhals Carrard und Vizepräsident der Bonny Stiftung, dann hätte der Preisträger die Auszeichnung eigentlich dreifach verdient. In seiner Laudatio jedenfalls lobt Brechbühl den früheren Bundesrat dreifach:

Villiger sei erstens ein «liberaler Citoyen der Verhältnismässigkeit», der konkrete und nachhaltige Lösungsansätze kühnen Visionen vorziehe, zweitens ein «ehrbarer Kaufmann», der zusammen mit seinem Bruder das Familienunternehmen nicht nur weitergeführt, sondern auch ausgebaut habe, und drittens ein «‹frei-sinnigen› Staatsmann», der in seiner Amtszeit als Bundesrat etliche Krisen zu meistern hatte. «Kaspar Villiger hat diese Krisen nicht allein bewältigt und er hat sich auch nicht alle gleich gut bewältigt», betont Brechbühl. Aber er habe einen wesentlich Beitrag zu nachhaltigen Lösungen geleistet.

Nun reiht sich Villiger ein in die Gilde der meist freisinnigen oder wenigstens FDP-nahen Bonny-Preisträgern, zu denen etwa der frühere NZZ-Wirtschaftschef Gerhard Schwarz, Marco Solari, der Präsident des Filmfestivals Locarno, Peter Gomez, der frühere HSG-Professor und Präsident der «Freude der FDP» sowie die Unternehmerin Franziska Tschudi gehören.

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