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BÖRSENSTURZ: "Fast alle Schweizer haben über ihre Pensionskasse in Aktien investiert"

Die deutlichen Kursrückgänge an den Finanzmärkten rund um den Globus sorgen für Verunsicherung und geben Rätsel auf. Thomas Stucki, Anlagechef der St.Galler Kantonalbank, beantwortet die wichtigsten Fragen und erklärt was das Ganze für den Otto Normalverbraucher bedeutet.
Tim Naef
An einem Fernsehbildschirm in der New York Stock Exchange (NYSE) sind am Montag die Nachrichten über den Absturz des Dow-Jones-Indexes zu sehen – er verlor bis Handelsschluss so viel wie noch nie zuvor an einem Tag. (Bild: Keystone)

An einem Fernsehbildschirm in der New York Stock Exchange (NYSE) sind am Montag die Nachrichten über den Absturz des Dow-Jones-Indexes zu sehen – er verlor bis Handelsschluss so viel wie noch nie zuvor an einem Tag. (Bild: Keystone)

Der SMI startet heute mit vier Punkten im Minus. Wie sind die Kursturbulenzen allgemein einzuordnen?
Thomas Stucki:
Die Aktienmärkte waren nach dem starken Kursanstieg der letzten Monate für eine Korrektur reif. Das Ausmass ist jetzt aber zu stark ausgefallen, da die wirtschaftlichen Aussichten und die Gewinne der Unternehmen weiterhin für gute Aktienkurse sprechen.

Der Dow Jones hat gestern 4,6 Prozent verloren. Ist das viel?
Stucki:
Ein Minus von 4,6 Prozent an einem Tag ist aussergewöhnlich viel. Das Ausmass des Kurssturzes hängt auch damit zusammen, dass offensichtlich viele technische Signale auf «Verkaufen» gewechselt haben. Das hat dazu geführt, dass innert kurzer Zeit sehr viele Aktien zum Verkauf standen, die nicht mehr durch Käufer absorbiert werden konnten. Daher darf man die -4,6 Prozent auch nicht zu stark dramatisieren.

Wie könnte es national/international weitergehen?
Stucki:
Wichtig ist, dass sich die Märkte zuerst einmal beruhigen und wieder ein paar Tage ohne grosse Kursausschläge nach unten oder nach oben zu sehen sind. Dann werden sich die Anleger wieder überlegen, wie gut oder schlecht die Rahmenbedingungen für die Aktien sind. Sie werden zum Schluss kommen, dass die tieferen Kurse Kaufgelegenheiten sind.

Die US-amerikanischen Aktien seien stark überbewertet gewesen. Inwieweit musste eine solche «Kurskorrektur» folgen?
Stucki:
Die US-Aktien waren hoch bewertet und hatten viele positive Erwartungen an die Gewinne der Unternehmen im Preis drin. Da sind Kurskorrekturen normal und kommen immer wieder vor.

Thomas Stucki, Anlagechef der St.Galler Kantonalbank. (Bild: pd)

Thomas Stucki, Anlagechef der St.Galler Kantonalbank. (Bild: pd)

Was bedeutet das Ganze für die Schweiz?
Stucki:
Die Schweizer Aktien werden durch die US-Börsen natürlich beeinflusst. Fundamental sieht die Lage für die Schweizer Dividendentitel aber gut aus. Eine gut laufende Wirtschaft in den USA und in der Eurozone sowie der schwächere Franken sind gute Rahmenbedingungen für die Schweizer Firmen.

Wie betrifft das den Schweizer Normalbürger?
Stucki:
Fast alle Schweizer sind ja über ihre Pensionskasse in Aktien investiert. Damit haben sie in den letzten Jahren auch von der Börsenhausse profitiert. Die aktuelle Korrektur ist für die Aktien normal. Von da her muss man als Schweizer Normalbürger keine Angst haben.

Inwieweit haben die Ereignisse an den Börsen mit Donald Trumps Politik zu tun?
Stucki:
Gar nicht. Auslöser waren Zinsängste in den USA, weil die Löhne stärker gestiegen sind als erwartet.

Parallel ist der Kurs des Bitcoins im freien Fall. Gibt es da einen Zusammenhang?
Stucki:
Eine schlechte Anlegerstimmung ist für eine so spekulative Anlage wie Bitcoin natürlich Gift. Deshalb überrascht es nicht, dass der Bitcoin so stark verliert.

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