Börsenklima in China bleibt angeschlagen

PEKING. In China haben gestern Stützungszusagen der Regierung nach dem Kurssturz am Vortag den Ausverkauf an den Börsen gebremst. Der Markt in Shanghai büsste zwar noch mehr als 1% ein. Zu Wochenbeginn waren die wichtigsten Indizes aber um mehr als 8% eingebrochen.

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PEKING. In China haben gestern Stützungszusagen der Regierung nach dem Kurssturz am Vortag den Ausverkauf an den Börsen gebremst. Der Markt in Shanghai büsste zwar noch mehr als 1% ein. Zu Wochenbeginn waren die wichtigsten Indizes aber um mehr als 8% eingebrochen.

Die chinesischen Marktregulierer kündigten daraufhin Stabilisierungskäufe an. Auch die Zentralbank zeigte sich entschlossen, weiter Geld in den Markt zu pumpen. Der Shanghai Composite schwankte im Handelsverlauf zwischen einem Minus von 5% bis zu Zuwächsen von mehr als 1%.

Kleinanleger verunsichert

«Das Vertrauen der Kleinanleger in den chinesischen Markt ist sehr schwach», sagte Steven Leung von UOB Kay Hian in Hongkong. Nach dem Verkauf ihrer Anteilscheine blieben sie der Börse lieber fern. Zuversichtlicher zeigten sich dagegen Investoren in Hongkong, wo der Index mehr als 1% zulegte.

In Tokio machte der japanische Nikkei-Index im Handelsverlauf einen Teil seiner anfänglichen Verluste wieder wett und ging mit einem Minus von 0,1% auf 20 328 Punkte aus dem Handel. Unter Druck gerieten vor allem Aktien von Unternehmen, die in China engagiert sind. So büssten etwa der Baumaschinenhersteller Komatsu sowie Rivale Hitachi Construction Machinery jeweils mehr als 2% ein.

Finanzaufseher eingeschaltet

Chinas Finanzaufseher nehmen den Kurssturz an den Aktienmärkten zum Wochenanfang unter die Lupe. Die Wertpapieraufsicht CSRC habe bereits ein Team eingesetzt, das Hinweisen auf einen «konzentrierten Ausstieg aus Aktien» nachgehe, teilte ein Behördensprecher mit.

Der neuerliche Kursrutsch hatte die dreiwöchige Stabilisierung der Märkte wieder zunichte gemacht. Er demonstriert, dass staatliche Interventionen langfristig unwirksam sind. Experten sprechen von einem «Schlag ins Gesicht für die Regierung», die umgerechnet Hunderte Milliarden Euro in den Markt gepumpt hatte. «Die Katastrophe ist wieder da», twitterte die eher zurückhaltende amtliche Nachrichtenagentur Xinhua. (rtr/dpa)