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Börsen und Diplomatie machen ernst

Börsenspiegel
Mikio Kumada LGT Capital Partners

Nordkorea hat seit dem Atomtest vom 3. September von weiteren Provokationen abgesehen. Aus dem 19. Parteitag der Kommunistischen Partei Chinas (KPC) und den 48. Wahlen zum Repräsentantenhaus Japans gingen Ende Oktober dann Präsident Xi Jinping beziehungsweise Premierminister Shinzo Abe jeweils deutlich gestärkt hervor.

Xi hat die grösste Machtfülle seit Mao Zedong auf sich angehäuft, während Abe die parlamentarische Zweidrittelmehrheit erneut bequem halten konnte. Gleich darauf – nur wenige Tage vor der ersten Asienreise des US-Präsidenten Donald Trump – erklärte sich Beijing bereit, seinen seit dem Sommer 2016 anhaltenden Streit mit Südkorea über die Entscheidung Seouls, ein hochentwickeltes US-Raketenabwehrsystem zu stationieren, beizulegen.

An Stabilität gewonnen

Aus Diplomatenkreisen wurde anschliessend bekannt, dass China, Japan und Südkorea ihre zuletzt abgesagte trilaterale Gipfelkonferenz möglichst rasch wieder einberufen wollen. Die letzte wurde abgesagt, nachdem die Beziehungen aufgrund von aktuellen und historischen Themen belastet worden waren.

Südkorea befand sich zudem aufgrund des Amtsenthebungsverfahrens gegen seine damalige Präsidentin noch in einer inneren Schieflage. Heute haben alle drei asiatischen Staaten stabile, selbstbewusstere Regierungen. Während seiner Asientour bekräftigte US-Präsident Donald Trump zwar die US-Allianzen, blieb aber ansonsten auf «America First»-Linie. So dürften sich die asiatischen Staaten in einem Punkt weitgehend einig blei- ben: Sie können das Feld nicht mehr alleine den USA überlassen.

Was das für Asiens Kursentwicklung bedeutet

Kurzum, auf das jüngste Säbelrasseln rund um Korea folgten bisher keine Eskalationen, sondern selbstsichere regionale Regierungen mit gestärkten innenpolitischen Mandaten und mehr Eigenverantwortung – die sich allesamt für eine beschleunigte diplomatische Zusammenarbeit in strategischen Fragen entschieden haben. Es überrascht daher nicht, dass die Asienbörsen so stark stiegen – was tendenziell impliziert, dass diese positiven Entwicklungen noch nicht ganz eingepreist sind.

Letzteres ist durchaus beachtlich, wenn man bedenkt, dass diese Märkte schon seit Anfang 2016 ausserordentlich gut laufen. In diesem Marktverhalten spiegelt sich zumindest teilweise die Erwartung, dass auf Pjöngjangs Provokationen letztlich eine pragmatische diplomatische Lösung folgen würde.

Mikio Kumada LGT Capital Partners

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