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Börsen im Bann der französischen Wahlen

Konjunktur Die französischen Präsidentschaftswahlen sind in diesem europäischen Superwahljahr das politische Ereignis mit der grössten wirtschaftlichen Sprengkraft. Sollte Rechtspopulistin Marine Le Pen das Rennen machen, dürfte das die Finanzmärkte durchschütteln. Auch die Schweizer Wirtschaft bliebe von Turbulenzen nicht verschont.

Le Pen hat angekündigt, als Präsidentin wieder den Franc einführen und die Verträge mit der EU neu verhandeln zu wollen. Weil Frankreich in der Eurozone ein Schwergewicht ist, könnte ein Frexit die Eurozone oder gar die EU destabilisieren. UBS-Analyst Lefteris Farmakis sagt, im Falle eines Triumphs Le Pens könnte der europäische Leitindex Euro Stoxx 50 um bis zu 35% einbrechen. Und für die Credit Suisse (CS) stellt eine Präsidentin Le Pen ein «Extremrisiko mit bedeutenden Marktimplikationen» dar. Dabei nehmen die CS-Ökonomen an, dass vor allem die europäischen Peripherieländer unter einem solchen Marktschock leiden würden. In diesen dürften nämlich die Anleihenrenditen und damit die Last der Staatsschulden steigen. Die Bank Safra Sarasin geht in ihrem Kommentar zu den französischen Wahlen von einem Ausverkauf vieler kontinentaleuropäischer Aktien aus.

UBS-Analyst Farmakis weist zudem darauf hin, dass wegen der Grösse der französischen Wirtschaft der Spielraum für eine Schadensbegrenzung durch die Notenbanken geringer sei als zum Beispiel bei der Bekämpfung der griechischen Schuldenkrise.

Die Nationalbank ist schon jetzt gefordert

Für fast alle Beobachter ist die Wahl Le Pens jedoch nicht das Hauptszenario. Für die CS ist am wahrscheinlichsten, dass Le Pen die erste Runde übersteht, die Stichwahl aber verliert. Für diesen Fall sagt die CS erhöhte Ungewissheit zwischen den Wahlgängen voraus. Danach dürfte sich die Lage aber rasch beruhigen. Denn insgesamt fänden die Wahlen in einem günstigen konjunkturellen Umfeld statt.

In der Schweiz dagegen greift die Nationalbank (SNB) seit Februar wieder verstärkt am Devisenmarkt ein. Die politischen Risiken in Frankreich hätten die Nachfrage nach dem sicheren Franken geschürt, begründet die UBS. Die SNB stemme sich gegen diese Aufwertung mit Devisenkäufen. Laut UBS wird sie diese voraussichtlich bis zur Stichwahl am 7. Mai weiterführen müssen. Gewinnt dann aber ein europafreundlicher Kandidat, dürfte nicht nur der Druck auf den Franken nachlassen, sondern die Europäische Zentralbank könnte auch ihr Anleihenkaufprogramm schrittweise zurückfahren.

Jann Lienhart (SDA)

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