Blick zurück und nach vorne

Die K+D AG lässt seit fünfzehn Jahren die Kundenzufriedenheit durch Praxisteams der Fachhochschule St. Gallen untersuchen. Erstmals untersuchte ein Team dieses Jahr auch die Entwicklung über die Zeit.

Merken
Drucken
Teilen
Die Studierenden in der Produktionshalle der K+D. (Bild: pd)

Die Studierenden in der Produktionshalle der K+D. (Bild: pd)

ST. GALLEN. «Es passiert selten, dass ich von den Studierenden etwas für meine Tätigkeit als Marketingberater lernen kann. Dieses Team hat aber zum Thema <Extended Packaging> Informationen recherchiert, die mich verblüfft haben», so Daniel Steiner, Lehrbeauftragter an der Fachhochschule St. Gallen (FHS) und Coach des Studierenden-Teams, das für die K+D AG in St. Gallen die Kundenzufriedenheit analysierte.

Trends in Relationen

K+D entwickelt und produziert Verpackungen aus Karton für die Pharma- und Kosmetikindustrie. «Extended Packaging» erweitert die Angaben auf der Verpackung um Online-Informationen. «Sicher ein aktueller Trend», so Stefan Kuhn, CEO und Verwaltungsratspräsident von K+D, «Studierende neigen jedoch dazu, einzelne Trends überzuinterpretieren. Hier muss man ihre Beurteilung in die richtigen Relationen setzen.» K+D lässt alle drei Jahre die Kundenzufriedenheit analysieren, schon zum sechstenmal von Studierenden der FHS.

Das Projektteam mit Stefanie Beeler, Andreas Fraefel, Darjan Markovic, Kristijan Kelava, Michael Ilg und Mijo Prljevic verglich in seiner Analyse die Resultate der letzten sechs Jahre. Dabei wurden erstmals auch die Bedürfnisse potenzieller Kunden ermittelt. Deswegen funktionieren die Resultate als Rückspiegel wie als Fernglas: Die Studierenden entwickelten Zukunftsszenarien und eruierten deren Wahrscheinlichkeit.

Die Analyse zeigte, was die Zufriedenheit der Kunden der K+D AG ausmachen: Kundenorientierung, Fachkompetenz, Verlässlichkeit und innovative Produktentwicklungen. «Mit diesen Informationen weiss die K+D nun, wo sie die Hebel anlegen müssen», sagt Stefanie Beeler.

Über das Erlernte hinaus

Um die Resultate zu erarbeiten, wurde eine multiple Regressionsanalyse in einer Tiefe angewendet, die weit über das im Studium Erlernte hinausginge. Eine multiple Regressionsanalyse untersucht die Beziehung zwischen einer abhängigen und einer oder mehrerer unabhängiger Variablen. «Was wir in diesem Praxisprojekt gelernt haben, kann man gar nicht im Unterricht lehren», meint Stefanie Beeler. Als grösste Herausforderung nannte sie die geringe Rücklaufquote bei den Fragebögen. Es gab aber auch schöne Momente. Am schönsten sei das Interesse gewesen, das die Unternehmensführung den Resultaten entgegengebracht habe. (red.)