Biorüben
Biozucker ist gefragt – Jetzt kommen Setzlinge statt Samen zum Einsatz

Die starke Nachfrage für biologisch produzierten Zucker aus der Schweiz kann zurzeit nicht gedeckt werden. Rübenpflanzer testen nun erstmals im grossen Stil, ob mit dem Pflanzen von Setzlingen der Anbau gegenüber der herkömmlichen Aussaat vereinfacht werden kann.

Stefan Borkert
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Mit Setzlingen wird experimentiert, um mehr heimischen Biozucker herstellen zu können.

Mit Setzlingen wird experimentiert, um mehr heimischen Biozucker herstellen zu können.

PD

Jahr für Jahr muss die Schweizer Zucker AG auf Biorüben aus dem Ausland, meist Deutschland zurückgreifen, um Biozucker zu produzieren. Die Biorüben werden dann in Frauenfeld in der Zuckerfabrik verarbeitet. Die Nachfrage steigt. Gemäss Landwirtschaftlichem Informationsdienst ist der Absatz von Biozucker seit 2014 von 30 Tonnen auf 690 Tonnen im letzten Jahr angestiegen. Gleichzeitig ist demnach auch die Anbaufläche für Biozucker von 7 Hektaren auf 180 Hektaren gewachsen und seit 2017 wird IP-Suisse-Zucker produziert.

Aber mit einem Flächenanteil von gut einem Prozent besetzt der Schweizer Biozucker nur eine Nische. Die Schweizer Zuckerbranche will deshalb das grosse Marktpotenzial ausschöpfen und den Anbau von Bio- und IP-Zuckerrüben in der Schweiz fördern. Dazu haben sich der Bund, Schweizer Zucker, der Verband der Rübenpflanzer und Bio Suisse in einem Nachhaltigkeitsprojekt zusammengeschlossen.

Nach dem Feldtest nun die Markterprobung

Biorübensetzlinge werden für das Setzen vorbereitet.

Biorübensetzlinge werden für das Setzen vorbereitet.

PD

Der Zuckerrübenanbau ohne chemisch synthetische Pestizide ist heikel und arbeitsintensiv, heisst es in einem Communiqué. Seit zwei Jahren wird deshalb der Anbau durch das Pflanzen von Setzlingen getestet. Dieses Jahr nun werden die Versuche auf eine Fläche von 60 Hektaren ausgedehnt. Die Zuckerrübenpflanzen gewinnen so einen Vorsprung gegenüber Unkräutern, Schnecken und Erdflöhen. Zudem wird der maschinelle Einsatz zur mechanischen Unkrautbekämpfung erleichtert.

Die Resultate aus den ersten zwei Versuchsjahren seien vielversprechend, heisst es. Die Erträge liegen mit durchschnittlich 65 Tonnen pro Hektare höher als in den gesäten Biovergleichsparzellen.