Hochbetrieb in Ostschweizer Spielwarenläden: Bilderbuchkuh Lieselotte ist ein  Hit

Der Ostschweizer Spielwarenhandel liegt im nationalen Trend, hat allerdings auch regionale Besonderheiten.

Stefan Borkert
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Holzspielsachen, wie die Trauffer-Kühe, sind ein Renner im Weihnachtsgeschäft der Spielwarenbranche.

Holzspielsachen, wie die Trauffer-Kühe, sind ein Renner im Weihnachtsgeschäft der Spielwarenbranche.

Bild: Gaëtan Bally/Keystone

Das vorweihnachtliche Geschäft in den Spielwarenläden der Ostschweiz ist in vollem Gange. Teils macht sich bereits massiver Stress bemerkbar. Zum Beispiel in Herisau. Dort im «etwas anderen Spielwarengeschäft» Keller Spiele, wie es sich nennt, hat man keine Zeit für Auskünfte. «Wir sind mitten im Weihnachtsgeschäft. Auf Wiederhören», sagt Roger Keller und legt wieder auf. Das Weihnachtsgeschäft ist auch für die Spielwarenläden mit das wichtigste im Jahr. Man muss sich neben der stationären Konkurrenz auch gegen Einkaufstourismus und Onlinehandel behaupten. Das gilt besonders für die Ostschweiz.

Im Hollenstein Spielwaren Kinder- und Jugendbuchladen in Amriswil herrscht Wohlfühl­atmosphäre trotz allem. Cornelia Hollenstein kennt ihr Sortiment. Sie ist überzeugt, dass wenn einem ein Buch selbst gut gefällt, dann könne man es auch gut verkaufen. Wenn ihr die Hektik droht, über den Kopf zu wachsen, dann blättert sie schon mal in einem Kinderbuch und lässt die Seele wieder baumeln. «Ein schönes Buch ist gut für die Seele», sagt sie. So recht kann sie sich gar nicht entscheiden, welche Spielwaren oder Bücher dieses Jahr besonders gern als Weihnachtsgeschenk gekauft werden. «Lego, läuft natürlich immer», sagt sie und ergänzt: «Doch da fällt mir ein, das grosse Wunschzettelwunder ist ein Buch, das sehr gefragt ist.» Und trotz aller Technik und Computerspiele würden auch Gesellschaftsspiele zum Glück häufig gekauft. Es wäre schön, wenn das noch lange so bleibe. Viele junge Leute würden in den Laden kommen und nach Puzzles und Gesellschaftsspielen fragen. Ein Hit fällt ihr dann doch noch ein. Die Bilderbuchkuh Lieselotte. Für sie selbst seien diese Kuhgeschichten ein Aufsteller. Sie hätten auch schon den Erlebniswanderweg zu Lieselotte im Berner Oberland ab der Bergstation Männlichen unter die Füsse genommen. Marcel Amsler, der in St.Gallen Zollibolli übernommen hat, sieht im Onlinehandel Fluch und Segen zugleich.

Laubsägekästen gibt es nur zu Weihnachten

In den Amsler- und Zollibolli-Filialen sind dieses Jahr neben den üblichen Spielwaren besonders nachhaltige Produkte gefragt, wie Produkte aus Schweizer Holz. Langlebige und wertige Spielsachen kämen dieses Jahr gut an. Nach kurzem Überlegen sagt Amsler, dass auch Laubsägekästen guten Absatz fänden: «Die kann man nur an Weihnachten verkaufen.» Überhaupt sei Basteln wieder in. Und ja, Barbie laufe sehr gut. Das könne damit zusammenhängen, dass Grossverteiler die Verkaufsflächen für Barbie reduziert hätten.

Amsler nimmt den Einkaufstourismus nach Konstanz gelassen. Preislich sei in den letztn Jahren viel gegangen. «Heute würde ich sagen, können wir da gut mithalten.»

Boom bei Gesellschaftsspielen und Puzzles

Weihnachtsgeschäft Diverse Spiele, Lego, Playmobil, Gravitrax-Kugelbahnen, Lizenzprodukte und Plüsch gehören Weihnachten zu den beliebtesten Geschenken für Kinder. Das geht aus einer Umfrage des Spielwaren-Verbandes Schweiz (SVS) hervor.
Demnach erleben Spiele und Puzzles aktuell einen regelrechten Boom. Umsatzmässig legt diese Spielwarenkategorie um 25,5 Prozent zu, wie die neuesten Daten der GfK Schweiz zeigen. Welche Produkte zu den Bestsellern gehören, hat der Spielwarenverband im Detailhandel wissen wollen. Befragt wurden Migros, Manor, Coop, Franz Carl Weber, Spielkiste, Galaxus und Spielzeug24. Sie machen etwa 65 Prozent des Schweizer Marktes aus.
Lego ist ein
Dauerbrenner

Bei Migros sind demnach Lego, die Überraschungskugeln L.O.L sowie die Hörspielbox Tonies stark gefragt. Daneben gehören Plüschbären zum Dauerbrenner. Coop meldet eine starke Nachfrage nach L.O.L, Lego Technic, Lego Harry Potter, Playmobil Burgen, Hape Piano und Pokémon-Spielen. Bei Manor stehen vor allem Sortimente aus dem Bereich Sammeln hoch im Kurs. Dazu gehören ebenfalls die L.O.L.-Figuren, Pokémon-Karten, Beyblade und Bakugan. Als Weihnachtsgeschenk würden bei Manor auch viel die komplexen Lego-Sets gekauft. Weiter im Trend seien bei Manor Plüsch-Einhörner und -bären, Slime-Spielsets, Barbie, die Tonies sowie die kombinierbaren Erweiterungssets der Kugelbahn Gravitrax von Ravensburger.
Laut Franz Carl Weber sorgen beim Fachhändler Gravitrax sowie Lizenzspielwaren wie L.O.L., Beyblade, Frozen, Harry Potter, Peppa Pig für gute Umsätze. Ebenfalls hoch im Kurs seien der Liebherr-Bagger von Lego sowie diverse regionale Monopoly, wie etwa in der Ostschweiz die St. Galler Version.

Mit Legosteinen wird immer gerne gebaut und gespielt.

Mit Legosteinen wird immer gerne gebaut und gespielt.

Krisztina Scherrer

In den elf Filialen der Spielkiste gehen viele Kartenspiele über den Ladentisch, insbesondere Frantic und Dobble. Auch Exit-Spiele sowie Lizenzen wie L.O.L und Paw Patrol, Kaufläden mit Zubehör, Puppen und die Kugelbahn Gravitrax gehören auch dort zu den Bestsellern.
Im Onlinewarenhaus Galaxus gehören Bauspielzeuge und Spielsets zu den beliebtesten Spielwaren. Lego, gefolgt von Playmobil, führen die Liste der Bestseller dieser Kategorie an. In der Kategorie «Baby- und Kleinkindspielwaren» würden vor allem Badewannen-, Knet- und Musikspielzeug und Bauklötze stark nachgefragt. Ebenfalls sehr im Trend sei Gravitrax sowie das Kartenspiel Frantic.
Auch Spielzeug24.ch meldet gute Umsätze bei Spielen, vor allem die Exit-Spiele von Kosmos, das Spiel Excape sowie Puzzles von Ravensburger. Wie immer in der Weihnachtszeit steige die Nachfrage nach hochwertigen Holzspielwaren von Trauffer und Cuboro. Zudem würden Bastelsets Schleich-Tiere sowie Puppen gut verkauft. (bor)