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Beziehungen der Schweizer Banken mit Asien boomen

Die Offensive von Finanzplatz und Behörden in Asien trägt Früchte. Laut der jüngsten Statistik sind die Schweizer Bankbeziehungen mit diesen Ländern 2017 sprunghaft gestiegen.
Balz Bruppacher
Singapur mit dem Marina Bay Sands, dem ArtScience Museum und der Skyline des Geschäftsdistrikt. (Bild: Getty)

Singapur mit dem Marina Bay Sands, dem ArtScience Museum und der Skyline des Geschäftsdistrikt. (Bild: Getty)

Einmal im Jahr, jeweils im Juni, veröffentlicht die Schweizerische Nationalbank (SNB) Daten zur länderweisen Gliederung der Bankbilanzen. Lange kaum beachtet, entwickelte sich diese Statistik in den letzten Jahren plötzlich zum Aufreger. Der Grund war die Jagd vieler Länder nach Steuersündern, die sich vermeintlich hinter diesen Zahlen verbargen. Im Fokus sind dabei die Passiven, die die Banken in der Schweiz gegenüber diesen Ländern ausweisen. Oder anders gesagt, die bilanzierten Guthaben dieser Länder auf den hiesigen Banken.

Allerdings ist die Aussagekraft dieser Daten in doppelter Hinsicht eingeschränkt. Zum einen werden die ausserhalb der Bilanzen geführten Wertschriftendepots der Kunden nicht erfasst. Sie erreichten Ende 2017 einen neuen Rekordwert von 6256 Milliarden Franken, davon gut die Hälfte aus dem Ausland. Zum anderen sagt die SNB-Statistik wenig über die Herkunft der Gelder aus. Nicht zulässig ist es auf jeden Fall, die bilanzierten Guthaben des Auslands mit Schwarzgeldern gleichzusetzen, wie es im Ausland da und dort praktiziert wurde.

Das Beispiel Indiens, wo die SNB-Daten jeweils auf grosses Interesse stossen, illustriert solche Fehlschlüsse. Die indischen Guthaben auf Schweizer Banken erhöhten sich innerhalb eines Jahrs um 50 Prozent auf 999 Millionen Franken Ende 2017. Angesichts des harten Durchgreifens der Regierung gegen im Ausland versteckte Gelder komme dies überraschend, kommentierte eine indische Zeitung. Der Umstand, dass die Schweiz und Indien sich zum automatischen Informationsaustausch über Steuerdaten verpflichtet haben, lässt es als unwahrscheinlich erscheinen, dass ausgerechnet jetzt Schwarzgeld aus Indien auf Schweizer Banken fliesst.

69 Prozent mehr Gelder aus China innerhalb eines Jahres

Weitaus bedeutender als Indien sind für den Schweizer Finanzplatz China, Hongkong und Singapur. Das von Bundesrat und Nationalbank unterstützte Weibeln der Banken um diese Märkte schlägt sich nun erstmals deutlich in der Statistik nieder. Die chinesischen Guthaben
auf Schweizer Banken schnellten 2017 im Vergleich zum Vorjahr um
69 Prozent auf 15,95 Milliarden Franken in die Höhe. Das ist ein
neuer Rekordwert. Stark gestiegen, nämlich um 53 Prozent auf
21,37 Milliarden Franken, sind gleichzeitig die Guthaben der Schweizer Banken gegenüber China.

Noch bedeutender sind die Bankbeziehungen zu Hongkong. Die bilanzierten Guthaben aus der chinesischen Sonderverwaltungszone erhöhten sich innert Jahresfrist um fast einen Drittel auf
50,49 Milliarden Franken Ende 2017. Noch stärker wuchsen die Guthaben der hiesigen Banken in Hongkong, nämlich um 59 Prozent
auf 67,99 Milliarden Franken. Im Falle von Singapur nahmen die
auf Schweizer Banken liegenden Guthaben um 28 Prozent auf
29,61 Milliarden Franken zu, während umgekehrt die Guthaben der Schweizer Banken in Singapur um einen Drittel auf 43,67 Milliarden Franken stiegen.

Neue Trendwende im Fall Irans?

Bemerkenswert ist ferner die Entwicklung der iranischen Guthaben
auf Schweizer Banken. Sie erhöhten sich 2017 um 47 Prozent auf
1,87 Milliarden Franken – eine Entwicklung, die sich seither wegen des Ausstiegs der USA aus dem Iran-Abkommen und der Vorsicht der Schweizer Banken kaum fortgesetzt hat.

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