Bewegung an AFG-Spitze

Die offene Führungsfrage an der Spitze des Bauausrüsters AFG Arbonia-Forster klärt sich langsam. Edgar Oehler hat den Rückzug von seinen operativen Aufgaben bekanntgegeben.

Thorsten Fischer
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Arbon. Dass der 68jährige Edgar Oehler bei AFG Arbonia-Forster kürzertreten will, war im Prinzip bekannt. Bereits vor zwei Jahren hatte er seinen Rückzug von der operativen Führung angekündigt, und ein weiteres Mal vor einem Jahr. Vor allem Finanzanalysten waren jedoch misstrauisch geblieben. Ursprünglich hatten sie einen rascheren Wechsel erwartet.

Einige warten noch ab

Und so gab es auch gestern zurückhaltende Stimmen. Die Marktbeobachter der Bank Wegelin hielten fest: «Die heutige Rücktrittsankündigung war nicht die erste, und die Investoren dürften das Sesselrücken wohl erst goutieren, wenn der neue Konzernchef auf seinem Stuhl in Arbon Platz genommen hat.» Mit dazu bei trägt der Umstand, dass der Nachfolger nicht im gleichen Atemzug mit Oehlers Rückzug präsentiert wurde. Eine solche Doppelinformation ist nicht unüblich und wird von Investoren grundsätzlich geschätzt: Auf diese Weise lässt sich rascher erkennen, wohin das Unternehmen unter neuer Führung steuern könnte. Die Aktie des Unternehmens gab denn gestern auch leicht nach. Zu Börsenschluss lag der AFG-Aktienkurs um 0,74% tiefer auf 33.75 Franken. Andere Analysten erklärten sich die Kursentwicklung nüchterner: Der Rücktritt Oehlers stelle letztlich keine grosse Überraschung mehr dar.

Klärung im März

Nägel mit Köpfen gemacht werden sollen nun an der Bilanzmedienkonferenz am 8. März. Dort dürfte aller Voraussicht nach der neue operative Chef vorgestellt werden. Ein definitiver Personalentscheid ist derzeit jedenfalls noch nicht gefallen, wie Edgar Oehler auf Anfrage sagte.

Der Ostschweizer Unternehmer ist seit 2003 AFG-Verwaltungsratspräsident, und als VR-Delegiertem obliegt ihm auch die operative Führung. Das Präsidium wird er auch künftig wahrnehmen. Zusätzlichen Einfluss gibt ihm sein Aktienpaket von annähernd 20%. Damit dürfte er der grösste Aktionär der Gruppe sein.

In den letzten Monaten ist dieser Einfluss aber gesunken. An der Generalversammlung letztes Frühjahr wurde entschieden, die Einheitsaktie einzuführen. Davor kontrollierte Oehler mit seinem 20%-Aktienpaket die Mehrheit der Stimmen. Weil für ihn gleichzeitig die neue Stimmrechtsbeschränkung von 5% nicht gilt, ist sein Einfluss weiterhin hoch.

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