BETEILIGUNG
Huber+Suhner verliert mit Metrohm seinen grössten Aktionär – Déjà-vu nach dem früheren Ausstieg der Abegg Holding

Im Frühling 2019 stieg der zweitgrösste Aktionär von Huber+Suhner aus. Nun hat die Herisauer Metrohm AG den Grossteil ihrer Beteiligung von 10,6 Prozent am Technologiekonzern verkauft.

Thomas Griesser Kym und Stefan Borkert Jetzt kommentieren
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Durch den Ausstieg der Metrohm AG verliert Huber+Suhner den grössten Aktionär.

Durch den Ausstieg der Metrohm AG verliert Huber+Suhner den grössten Aktionär.

Bild: Christian Beutler/Keystone

Seit Jahrzehnten ist die Metrohm AG aus Herisau am Technologiekonzern Huber+Suhner als Kernaktionär beteiligt gewesen. Doch nun ist Schluss. Wie Huber+Suhner bekannt gab, hat Metrohm eine 10-Prozent-Beteiligung am Technologiekonzern im Rahmen eines beschleunigten Platzierungsverfahrens am Markt veräussert. Das Paket hat einen Börsenwert von rund 170 Millionen Franken.

Seitens der Metrohm AG sind keine Fragen zum Verkauf beantwortet worden. Ob die Firma für Metrohm nicht mehr lukrativ genug ist, oder ob Geld für andere Investitionen benötig wird, mochte Metrohm-Sprecher Patrick Grüninger weder verneinen noch bestätigen. Ausserdem gebe man keine weiteren Kommentare zum angefragten Thema ab.

Metrohm behält einen kleinen Anteil

Huber+Suhner verfüge trotz des weitgehenden Metrohm-Rückzugs «weiterhin über ein starkes Kernaktionariat», wie der Hersteller von Kabeln und Steckern für die optische und elektrische Verbindungstechnik schreibt. Neben einer Reihe langjähriger Aktionäre unterhalb der Meldeschwelle von 3 Prozent gehören dazu insbesondere:

- Die EGS Beteiligungen AG, die Beteiligungsgesellschaft der Ernst-Göhner-Stiftung, mit 9,2 Prozent. Der EGS gehört auch die Parkettherstellerin Bauwerk Group mit Sitz in St.Margrethen.

- Silvia Hoffmann-Suhner mit 6,2 Prozent.

- Die vom verstorbenen Rheintaler Unternehmer und SFS-Patron Hans Huber gegründete Huwa Finanz- und Beteiligungs AG mit 3,2 Prozent.

Familiäre Bande zwischen Metrohm und Huber+Suhner

In der Mitteilung schreibt Huber+Suhner mit Sitz in Herisau und Pfäffikon ZH, Metrohm habe den Technologiekonzern «während Jahrzehnten als verlässlicher und langfristig orientierter Kernaktionär» begleitet. Der Verwaltungsrat von Huber+Suhner bedanke sich bei Metrohm «für das äusserst geschätzte Engagement über all die Jahre».

Metrohm ist eine der weltgrössten Herstellerinnen von Hochpräzisionsinstrumenten für die chemische Analytik. Die Firma wurde 1943 von Ingenieur Bertold Suhner in Herisau gegründet. Dieser war der Enkel von Gottlieb Suhner, der 1864 in Herisau die Suhner & Co. AG (Kabelisolation) gründete, die 1969 mit der Maschinenbaufirma R.+E. Huber aus Pfäffikon ZH zu Huber+Suhner fusionierte. Metrohm gehört seit 1982 der Metrohm-Stiftung.

2019 hat bereits die Abegg Holding Adieu gesagt

Im Frühling 2019 hat Huber+Suhner bereits einen Kernaktionär verloren. Damals veräusserte die Abegg Holding der Zürcher Patrizierfamilie Bodmer nach über 50 Jahren der Treue ihr Paket von 10 Prozent, ebenfalls in einem beschleunigten Platzierungsverfahren. Allerdings stockte Annina Müller-Bodmer, die die Abegg Holding kontrolliert, im Gegenzug ihre Beteiligung an Huber+Suhner als Privatperson von 1 auf 3 Prozent auf.

Damals hiess es, die Abegg Holding steige bei Huber+Suhner im Zuge einer Neuausrichtung ihres Portfolios aus. Die Beweggründe der Metrohm AG respektive ihrer Besitzerin, der Metrohm-Stiftung, dürften ähnlicher Natur sein.

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