Besuch auf zwei Höfen

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Auf dem Hof von Giezendanners packen Familienmitglieder tatkräftig mit an. (Bild: Urs Oskar Keller)

Auf dem Hof von Giezendanners packen Familienmitglieder tatkräftig mit an. (Bild: Urs Oskar Keller)

Lise Giezendanner-Kuratli aus Nesslau hat 2008 den 10,5 ha grossen elterlichen Hof mit Kühen und Jungvieh gemeinsam mit ihrem Mann übernommen. Als Kleinbetrieb mit wenig eigenem Land und ohne Alp sahen sie keine Zukunft mehr in der Kuhmilchproduktion. Wie gerufen kam da 2010 die Anfrage des innovativen Käsers Willi Schmid aus Lichtensteig, ob sie für ihn Schafmilch produzieren würden. Sie erwarben widerstandsfähige ostfriesische Milchschafe und verkauften die Kühe.

Ihre nunmehr 80 Schafe liefern die Milch nach Lichtensteig. «Wir können damit gut leben und möchten in Zukunft in die Selbstvermarktung einsteigen», erzählt Lise Giezendanner. «Aber ohne Beiträge des Bundes geht es nicht. Wir könnten sonst schlicht nicht alle Rechnungen bezahlen.» Martin und Martha Signer bauern in Gonten. Sie besitzen einen Hof mit insgesamt 22 ha Land. «Wenn unsere fünf Kinder und meine Frau nicht mithelfen würden, ginge das nicht.»

Signers betreiben hauptsächlich Milchwirtschaft. Sie besitzen 20 Kühe, 55 Rinder und 25 Ziegen. Martin Signer: «Die Appenzeller Geissen sind ein wichtiger Nebenerwerb für uns geworden.» Die Ziegenmilch verkauft er an die Ziegenprodukte AG in Gonten. «Unsere Produktionskosten für einen Liter Kuhmilch betragen rund einen Franken, momentan erhalten wir gerade noch 50 Rp. für den Liter.» Er betont: «Ich will als Bauer über das verkaufte Produkt mein Geld verdienen, nicht über Direkt- oder Ausgleichszahlungen.» (uok)