Thurgauer Konjunktur bricht ein +++ Besserung ist noch nicht in Sicht

Betriebe rechnen mit weiterer Verschlechterung. Das geht aus dem Thurgauer Wirtschaftsbarometer hervor.

Stefan Borkert
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In der Thurgauer Wirtschaft sind die Auswirkungen der Pandemie bereits deutlich sichtbar. Die Betriebe rechnen verbreitet mit einer weiteren Verschlechterung ihrer Lage.

Leere Gassen in Frauenfeld. Geschäfte, Restaurants und Bars mussten vorübergehend schliessen.

Leere Gassen in Frauenfeld. Geschäfte, Restaurants und Bars mussten vorübergehend schliessen.

Andrea Stalder

Gemäss dem Thurgauer Wirtschaftsbarometer, das vom Kanton Thurgau, der Thurgauer Kantonalbank, der IHK Thurgau und dem Thurgauer Gewerbeverband getragen wird, sind im März und April mehr als 5000 Gesuche um Kurzarbeitsentschädigung eingegangen. Die Arbeitslosenquote stieg auf 2,6Prozent. Zum Vergleich: Im April des Vorjahres hatte die Arbeitslosenquote bei 1,8 Prozent gelegen. In der Thurgauer Industrie hat sich die Geschäftslage merklich eingetrübt. Für das zweite Quartal 2020 rechnen die Betriebe mit einer weiter nachlassenden Produktion und rückläufigem Bestellungseingang. Skeptisch sind die Erwartungen auch für den weiteren Zeithorizont bis zum Herbst 2020: Knapp 60 Prozent der Betriebe gehen von einer schlechteren, die übrigen von einer unveränderten Geschäftslage aus.

Nachlassende Nachfrage im Ausbaugewerbe

In der Thurgauer Bauwirtschaft hat sich die Geschäftslage ebenfalls abgekühlt, insgesamt hat sich die Baukonjunktur jedoch gut gehalten. Spürbar beeinträchtigt durch die Coronasituation wurden die im Ausbaugewerbe tätigen Betriebe, während sich die Lage im Bauhauptgewerbe, wohl vor allem saisonbedingt, zwischen Januar und April sogar verbessert hat. Für die kommenden Monate erwarten die Unternehmen des Ausbaugewerbes eine Eintrübung, jene des Bauhauptgewerbes eine nahezu gleichbleibende Geschäftslage.

Bei den Detailhändlern ist das Bild uneinheitlich, je nach Betroffenheit von Schliessungen. Von den Anfang April befragten Thurgauer Detailhandelsbetrieben beurteilten die Hälfte die Lage als schlecht, ein knappes Fünftel als gut. Auf die kommenden Monate blicken die Betriebe mit grosser Vorsicht.