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Beschleunigung ohne Reue: Elektro-Autos auch in der Ostschweiz im Aufwind

Taugliche Modelle, Ladenetze und die Klimadebatte überzeugen immer mehr Ostschweizer von Elektro-Autos.
Kaspar Enz
Wer seinen Benziner mit einem Elektro-Auto ersetzt, bekommt im Thurgau und in der Stadt St.Gallen Fördergelder. (Bild: Sabrina Stübi)

Wer seinen Benziner mit einem Elektro-Auto ersetzt, bekommt im Thurgau und in der Stadt St.Gallen Fördergelder. (Bild: Sabrina Stübi)

Noch fährt nur ein kleiner Anteil der Autos auf Schweizer Strassen elektrisch. Doch das könnte sich ändern. In den ersten sechs Monaten dieses Jahres wurden schweizweit schon mehr Elektro-Autos verkauft als im ganzen 2018. Der Trend gilt auch für die Ostschweiz: Knapp 600 Elektroautos wurden im ersten Halbjahr 2019 zugelassen, in der selben Periode 2018 waren es 230.

Eine ähnliche Entwicklung stellt auch Harry Künzle fest, Chef des Amtes für Umwelt und Energie der Stadt St.Gallen. Er sagt:

«Wir haben bereits mehr Autos gefördert als im ganzen 2018.»

55 neue Elektro- und Hybridfahrzeuge wurden 2018 in der Stadt in Verkehr gesetzt, bereits 61 in diesem Jahr. Ein schönes Wachstum, meint Künzle. Dabei wurden nicht mal alle gefördert. Insgesamt gebe es auf Stadtgebiet nun 351.

Ein ähnliches Förderprogramm kennt seit Anfang Jahr auch der Thurgau. Der Anstieg der neu zugelassenen Elektrofahrzeuge stieg dort noch deutlicher als in den andern Kantonen. 251 Personenwagen mit Elektroantrieb waren es in der ersten Jahreshälfte 2019, fast fünf mal mehr als im ersten Halbjahr 2018. Vom Förderprogramm profitierten zwar erst 88, es könnten aber noch mehr werden.

Der Kanton zahle erst, wenn die Fahrzeuge in Betrieb seien, sagt Martin Müller, Stellvertretender Leiter der Abteilung Energie beim Kanton Thurgau. Gefördert werde auch nur, wenn damit ein herkömmliches Auto ersetzt wird. Die Fördermassnahmen seien auch nicht der einzige Grund für den Anstieg.

«Auch beim Autokauf wird der Klimaschutz zunehmend wichtiger.»

Auch das 
Fahrerlebnis stimmt

«Elektromobilität ist ein Thema in den Medien», sagt Thomas Gschwend, Verkaufsleiter der Bachgarage Gschwend in St.Gallen. Auch deshalb werde nach Elektroantrieben gefragt. Doch was er an Testtagen oft sehe: «Wer einen gefahren hat, ist begeistert», sagt Gschwend. «Es macht einfach Spass.» Zwar würde er das E-Auto nicht jedem empfehlen:

«Wer täglich 400 Kilometer fahren muss, für den ist es noch nichts.»

Aber es gebe immer mehr Ladestationen, und Apps, mit denen man sie finden kann. «So wird man immer flexibler.» Als Renault-Vertreter hat die Bachgarage eines der erfolgreichsten elektrischen Modelle im Angebot. Der Zoe verkaufte sich im ersten Halbjahr schweizweit fast 800 Mal. Das Preis-Leistungs-Verhältnis sei gut. «Sogar ein paar Clio-Fahrer steigen um», sagt Gschwend.

Und im Gegensatz zu vielen anderen Herstellern kann Renault liefern. Lieferschwierigkeiten stehen hinter den tiefen Verkaufszahlen einiger Modelle.Das war auch beim US-Hersteller Tesla ein Problem. Doch im Frühling hatte das Warten auf das Model 3 ein Ende.

Zehn-Prozent-Marke 
durchbrochen

«Dass Tesla endlich liefern konnte ist ein Treiber dieses Booms», sagt Andreas Burgener, Direktor des Branchenverbandes Auto Schweiz. Fast jedes zweite neu gekaufte Elektro-Auto war ein Model 3. Trotzdem markieren die Zahlen des ersten Halbjahrs einen Durchbruch: Erstmals fahren über zehn Prozent der Neuwagen elektrisch oder mit Hybrid. Ob die Kurve weiter so steil nach oben gehe, sei schwer zu sagen. «Das wäre Kaffeesatzlesen.» Immerhin: Auch für 2020 hätten einige Hersteller neue Modelle angekündigt.

«Die grosse Herausforderung ist die Bereitstellung der Energie. Die muss erneuerbar sein.»

Laden, wo man wohnt und arbeitet

Eine Herausforderung sei auch das Ladenetz, sagt Harry Künzle. Pro Einwohner hat zwar keine Stadt ein dichteres Netz von öffentlichen Ladestationen als St.Gallen. «Aber am besten stehen die dort, wo Autos lange stehen: Zu Hause oder am Arbeitsplatz.» Für Besitzer von Einfamilienhäusern sei das noch leicht. Aber in Tiefgaragen oder Firmenparkplätzen fehle oft eine Lademöglichkeit. Nachrüsten sei teuer. «Deshalb legen wir bei Sondernutzungsplänen Wert darauf, dass Platz und Strom dafür vorhanden ist.»

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