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Beschattungsskandal: CS-Chef Thiam darf bleiben, zwei Top-Kader müssen gehen

Tidjane Thiam bleibt Chef der Credit Suisse. Sein Chief Operating Officer hingegen muss gehen. Das hat der Verwaltungsrat des Geldinstituts beschlossen. Es ist die Folge in der Beschattungsaffäre rund um den zur UBS übergelaufenen Top-Banker Iqbal Khan.
Jürg Krebs
CS-Chef Tidjane Thiam war angezählt, hat sich aber halten können. Sein COO hat die Verantwortung übernommen und geht. (Bild: KEY)

CS-Chef Tidjane Thiam war angezählt, hat sich aber halten können. Sein COO hat die Verantwortung übernommen und geht. (Bild: KEY)

Der Verwaltungsrat der Credit Suisse hat den Untersuchungsbericht der Anwaltsfirma Homburger zur sogenannten Beschattungs-Affäre veröffentlicht. Er ist am Dienstagmorgen auf der Homepage aufgeschaltet. Um 8 Uhr folgt eine Medienkonferenz zur Sache.

Die wichtigsten Erkenntnisse der Credit Suisse im Wortlaut:

  • «Am 29. August 2019, als die UBS die Anstellung von Iqbal Khan bekannt gab, beauftragte der Chief Operating Officer (COO) der Credit Suisse den Head of Global Security Services der Credit Suisse, die Überwachung von Iqbal Khan einzuleiten.»
  • «Im Zuge der Untersuchung durch Homburger sagte der COO aus, dass er, um die Interessen der Bank zu schützen, alleine entschied, die Überwachung von Iqbal Khan anzuordnen und dass er dies nicht mit dem Chief Executive Officer (CEO) der Credit Suisse, irgendeinem anderen Mitglied des Executive Board der Credit Suisse, dem Präsidenten des Verwaltungsrats der Credit Suisse oder dem Vorsitzenden des Audit Committee besprach.»
  • «Die Untersuchung von Homburger ergab keinen Hinweis darauf, dass der CEO die Überwachung von Iqbal Khan genehmigt oder von dieser vor dem 18. September 2019 gewusst hat, nachdem die Überwachung abgebrochen worden war.»
  • «Weder die Untersuchung von Homburger noch die Überwachung von Iqbal Khan erbrachten Anhaltspunkte dafür, dass Iqbal Khan entgegen seinen vertraglichen Verpflichtungen versucht hätte, Mitarbeitende oder Kunden der Credit Suisse abzuwerben.»

Der Verwaltungsrat unterstütze das Ergreifen geeigneter Massnahmen zum Schutz der Interessen des Unternehmens, auch in Fällen in denen leitende Angestellte wie Iqbal Khan das Unternehmen verlassen, hält er in der Medienmitteilung vom Dienstagmorgen fest. Allerdings sei der Verwaltungsrat der Ansicht, dass der Auftrag zur Überwachung von Iqbal Khan falsch und unverhältnismässig war und zu einem schwerwiegenden Reputationsschaden für die Bank geführt habe.

Der Top-Banker hatte die Vermögensverwaltung der Credit Suisse geleitet und zur UBS gewechselt, wo er heute Dienstag seinen ersten Arbeitstag hat. Er wurde aus Angst beschattet, Mitarbeiter und Kunden zur Konkurrentin mitzunehmen. Doch die Sache flog auf, als Khan die Beschatter entdeckte, stellte und Anzeige machte. Bis jetzt haben sich Tidjane Thiam oder Verwaltungsratspräsident Urs Rohner noch nicht offiziell zur Sache geäussert.

Der COO habe die Verantwortung für diese Angelegenheit übernommen und dem Verwaltungsrat seinen Rücktritt erklärt, den der Verwaltungsrat mit sofortiger Wirkung angenommen habe. Ebenfalls habe der Verwaltungsrat den Rücktritt des Head of Global Security Services mit sofortiger Wirkung angenommen.

James B. Walker zum COO der Credit Suisse ernannt

Aufgrund des Rücktritts von Pierre-Olivier Bouée als COO und seinem Ausscheiden aus der Geschäftsleitung habe der Verwaltungsrat der Credit Suisse beschlossen, James B. Walker mit sofortiger Wirkung zum Chief Operating Officer und Mitglied der Geschäftsleitung der Credit Suisse zu ernennen.

James B. Walker übt gegenwärtig verschiedene wichtige Funktionen im Finanzbereich der Bank aus, einschliesslich diejenige des Chief Financial Officer unserer wichtigsten amerikanischen Tochtergesellschaften sowie Head Product Control. James B. Walker verfüge über einen langjährigen und ausgezeichneten Track Record bei der Credit Suisse, und der Verwaltungsrat freue sich auf die Zusammenarbeit mit ihm in seiner neuen Funktion.

Der Präsident des Verwaltungsrats, Urs Rohner, und der Vorsitzende des Audit Committee, John Tiner, werden an einer Medienkonferenz weitere Erläuterungen zu diesen Beschlüssen abgeben.

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