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BERN: Gewerkschaften fordern tiefere Arbeitszeit

Arbeitnehmende hätten bislang noch zu wenig vom Wirtschaftsaufschwung profitiert, findet der Gewerkschaftsbund.

Tiefere Arbeitszeiten, Lohngleichheit zwischen den Geschlechtern und ein Ausgleich der Rentenverluste: Das sind die Hauptforderungen des Schweizerischen Gewerkschaftsbundes (SGB) für 2018. Der Wirtschaftsaufschwung müsse endlich bei den Arbeitnehmenden ankommen. Seit Beginn der Finanzkrise seien die Probleme der Arbeitnehmenden gewachsen. Nun, da die Schweizer Wirtschaft endlich im Aufschwung sei, müsse begonnen werden, diese Missstände zu beheben, forderte der SGB gestern an seiner Jahresmedienkonferenz in Bern.

Seit 2013 sei die Arbeitszeit von Vollzeiterwerbstätigen um fast eine halbe Woche gestiegen. Das sei widersinnig angesichts der viel zu hohen Erwerbslosigkeit. Produktivitätsfortschritte müssten sowohl als höhere Löhne als auch in Form von kürzerer Arbeitszeit an die Beschäftigten weitergegeben werden, verlangt der Gewerkschaftsbund.

Referendumsdrohung bei der Arbeitszeiterfassung

«Zu den historischen Fortschritten in diesem Bereich gehören die Fünftagewoche und die ­Ferienansprüche», sagte SGB-Präsident Paul Rechsteiner laut Redetext. «Heute muss dafür ­gesorgt werden, dass die 40-Stunden-Woche wieder zum Referenzwert wird.» Zurückgewiesen werden müssten zudem Versuche, ganze Kategorien von Arbeitnehmenden und ganze Branchen aus dem Schutzbereich des Arbeitsgesetzes und insbesondere aus der Arbeitszeiterfassung herauszubrechen. «Sollte das Parlament die entsprechenden Vorstösse umsetzen, werden die Gewerkschaften sie mit dem Referendum bekämpfen», drohte Rechsteiner.

Mit der neu geltenden Stellenmeldepflicht erhöhen sich zwar grundsätzlich die Chancen für Arbeitslose, eine neue Stelle zu finden. Doch der SGB will nun mehr gezielte Unterstützung von Bund und Kantonen. Eine zwangsweise Zuweisung von Stellen sei dagegen negativ für Stellensuchende, RAV und Arbeitgeber. Bei den Pensionskassen sinke das Rentenniveau, obwohl die Löhne gestiegen und die Wirtschaft insgesamt gewachsen sei. Dies habe eine tiefere Kaufkraft zur Folge. Rentenverluste müssten ausgeglichen werden. «Eine künftige Rentenreform muss sich deshalb abgesehen von einer Zusatzfinanzierung für die AHV schwergewichtig mit dem Problem sinkender Renten beschäftigen», sagte Rechsteiner. Das Rentenniveau halten heisse, dass die Pensionskassen-Rentenverluste kompensiert werden müssten. Zugleich müsse bei den laufenden Renten ein Ausgleich für die stark steigenden Gesundheitskosten gefunden werden.

Dazu brauche es in der Altersvorsorge eine Stärkung der Umlagekomponente. Zur Stabilisierung der Altersvorsorge müsse die Schweizerische Nationalbank (SNB) die Einnahmen aus den Negativzinsen an die 2. Säule ausschütten, verlangt der SGB. Dabei dürfe die SNB dem AHV-Fonds keine Negativzinsen belasten. Erhöhungen des Rentenalters lehnt der Gewerkschaftsbund ab. (sda)

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